Etappe 4: Finnische Küste

Diese Etappe führt mich vom nördlichen Haparanda (SWE)/Tornio (FIN) der finnischen Küste entlang in die südlichste Stadt Hanko und auf die Insel Jussarö. Von Jussarö geht’s in der fünften Etappe dann weiter nach Estland.

In Finnland gibt es einen guten Online-Hafenführer, der die finnischen Häfen sehr gut beschreibt. Die beliebten blauen Finnischen Hafenbücher habe ich mir nicht angeschafft. In Uusikaupunki habe ich mir das jährlich erscheinende Hafenbuch „Satamaopas“ gekauft. Dies Heft enthält in Kürze ebenfalls Informationen zu vielen Häfen. Die besten Tipps bekommt man aber immer noch von einheimischen Seglern.

Röyttä (FIN): Mi, 1. Juli 2026

Ich hatte erneut einen guten Schlaf. Ich lebe hier fast zeitlos; es ist immer hell und ich lege ab, sobald ich wach bin und gefrühstückt habe. Heute ist es «erst» 08:00 Uhr. Mit Westwind und Halbwindkurs gibt es ein gemütliches Segeln in Richtung Süd, der Finnischen Küste entlang. Landschaftlich gibt es am Ufer nur Industrie, Windräder und viel Wald zu sehen. Ein Segler und ein Frachter hatte ich mit AIS auf dem Plotter; sonst war niemand in der Nähe. Der Wind, wie in den letzten Tagen: Am Morgen noch knapp 10kn Wind am Nachmittag wieder mit 15kn. Zuerst wollte ich nach Vatunginnoka (FIN). Wetter, Wind und Speed waren aber zu gut und so peilte ich die 22sm weitere nächste Insel Röyttä an. Ich war meist mit Volltuch unterwegs. Zum Schluss habe ich auf dem räumlichen Kurs zum Hafen für 5sm das Grosssegel geborgen, so blieb mir genügend Zeit das Boot für das Anlegen klarzumachen. Das Fahrwasser zur Hafeneinfahrt ist gut betonnt. Unterwegs war’s im Fahrwasser ebenfalls problemlos; sonst muss man aber schon achtsam navigieren, es ist teils schon sehr untief. Um 16:00 Uhr bin ich im Hafen. Mit der finnischen Zeitverschiebung ist es aber schon 17:00 Uhr. Der Hafen Röytta verfügt über ca. 40 Besucherplätze mit Heckbojen. Es sind nur vier Segler und zwei Motorboote da. Alles Finnen. Die Service-Einrichtungen sind gepflegt, aber einfach, so gibt es z.B. nur Trockentoiletten und kein Wasser am Steg. Die Insel Röyttä ist ein Naturschutzgebiet. Röyttä ist daher eine beliebte Ausflugsinsel und es gibt gute Wandermöglichkeiten. Mir reichten aber schon die Mücken bis zu den Toiletten. Morgen geht’s wahrscheinlich ins 20sm nahe Oulu.

Hafengebühren: EUR 00.- (Der Strom kostet EUR 5.-, man legt das Geld in einen «ehrlichen» Briefkasten, keine Dusche, kein Wasser, kein WLAN)

Log: 45.05 sm


 

Oulu (Uleåborg): Do, 2. Juli bis So, 5. Juli 2026

Das heutige Ziel ist Oulu. Oulu ist mit 200’000 Einwohnern die fünftgrösste Stadt Finnlands und die nördlichste Grossstadt der EU. Um 07:15 Uhr Bordzeit (nach finnischer Zeit ist es bereits 08:15 Uhr) lege ich ab. Der Wind bläst leicht aus Süd mit 7kn. Mit Volltuch geht’s auf die Kreuz. Unterwegs gibt es viele Lateraltonnen der Grossschifffahrt. Kardinalstonnen markieren Stellen mit Untiefen und Steine. Mit den vielen Wenden und Kurs Süd muss ich aufpassen den richtigen Überblick auf der Karte zu bewahren. Nach einer Flaute dreht der Wind nach dem Mittag auf West und so geht’s mit achterlichen Winden in Richtung Oulu. Ich nehme die nördliche Zufahrt östlich von Kraaseli. Der Weg ist gut betonnt, aber nur 1.8m tief. Von weitem sehe ich schon bald den Handelshafen für die Grossschifffahrt von Oulu. Nachdem ich diesen passiert habe, wird es wieder idyllisch grün und es sind bewaldete Inseln zu passieren. Linkerhand liegt die grössere Marina Johteenpooki und rechterhand bei Virransaari ein kleiner Hafen, nur wenig weiter dann schon der Stadthafen. Ich fahre rechterhand – es scheint mir kürzer. Zuerst noch mit Genua und dann langsam unter Motor. Beim Hafen wird mir die Zufahrt dann langsam eng und ich drehe ab zurück zur vorherigen Abzweigung. Am Ufer stehende Personen frage ich, wie tief die Durchfahrt sei. Man sagte mir 1,60m. Es war mir zu kritisch und ich fuhr wieder retour. Mit dem Eis verschieben sich im Winter Steine und die Karten sind nicht 100% genau. Kurz darauf beginnt die Warnleuchte des Motors zu pipsen. Der Motor kühlt nicht mehr. Ich stelle den Motor umgehend ab und drehe ab und versuche die kurze Passage mit dem achterlichen leichten Wind zu wagen. Nach dem Hafen geht es kurze Zeit gut, doch dann stecke ich plötzlich fest. Ich versuche trotz dem Alarmsignal kurz retour mit Motor wegzukommen; doch es geht nicht. Am Ufer sitzt jemand auf einer Bank und holt im nahen Hafen ein Boot zur Hilfe. Es kommt schon bald ein Junge mit Jetski. Rückwärts bringen wir das Boot mit Krängung nicht los. Vorwärts geht’s dann und wir nehmen langsam Fahrt auf. Hinter den Quadranten hat es Steine. Auch im «Fahrwasser» eine sanfte Berührung, aber zum Glück fast ohne Fahrt. Ich mache mir aber trotzdem gleich grosse Sorgen. Im Stadthafen von Oulu (Meritulli Guest Harbour) legen wir gut an Heckboje an. Ich bin froh, dass das Boot im Hafen ist. Für die Service-Einrichtungen meldet man sich bei der Bar am Hafen. Der Barman kommt zum Boot und schliesst die Stromsäule auf und zeigt mir die bisschen versteckten Service-Einrichtungen. Alles top und dies nur für EUR 16.20 pro Tag. Gleich bei der Ankunft prüfte ich die Bilge. Es hatte Wasser! Ich putze alles sauber raus. Es ist aber auch auf dem Holzboden nass. Wahrscheinlich hat der Wasserkanister, den ich in Haparanda noch aufgefüllt habe, einbisschen gerünnt und das Wasser ist in die Bilge getropft. Tatsächlich kommt auch später von unten kein Wasser – ich bin sehr beruhigt. Am Steg bekomme ich von der Deutschen Milan (eine Nauticat 39) ein Anlegerbier. Sie kommen aus der Schlei und haben ihr Winterlager bei Schrader in Borgwedel. Das kenne ich gut. Mein Boot wurde dort auch mehrmals ein- und ausgewassert. Andreas der Skipper war langjähriger Offizier auf einem Zerstörrer der Deutschen Marine. Er hilft mir am nächsten Tag fachkundig beim Wechsel des Impellers und checkt den Motor. Der Motor läuft wieder – trotzdem noch Glück im Unglück gehabt. Am Abend ging ich in Stefans’s Steakhouse und ich bestellt mir einen Burger mit Pommes und ein Bier. Man merkt, dass man in Finnland ist, wenn zum Schluss die Getränke auf der Rechnung fast teurer als das Essen sind (Burger: EUR 25.-, Bier EUR 12.50). Es war sehr lecker und war gute Nervennahrung nach meinem Auflaufen. Wahrscheinlich bleibe ich noch ein paar Tage; es gibt viel zu sehen, v.a. muss ich meine Weiterfahrt wieder gründlich planen. In den letzten Tagen hat dies bei schleichender Müdigkeit nachgelassen. Das Ambiente der Stadt am Hafen ist toll und lädt zum Verweilen ein. Es herrscht ein sommerliches Treiben – zum Glück immer bei bestem Wetter. Es hat alte Speicherhäuser, Marktstände, Restaurants und Bars mit schöner live Musik. 2026 ist Oulu sogar die Europäische Kulturhauptstadt. Diesen Preis erhielt die Stadt für ihren Innovationsgeist und die Kombination aus pulsierender Tech-Szene und arktischer Natur. Oulu ist als Technologiezentrum Finnlands bekannt, so betreibt z.B. Nokia hier einen seiner weltweit modernsten Forschungs- und Produktionsstandorte. Er ist bekannt als «Home of Radio». Der Campus ist das globale Zentrum für die Entwicklung und Fertigung von 5G- und 6G-Netzwerktechnlogien. Am Freitag fahre ich mit dem Velo in den 10 km entfernten Baumarkt (Bauhaus) und hole mir einen Adapter für das Bordkabel. Für EUR 38.- bekomme ich was ich brauche. Es soll südlich noch mehr Häfen mit diesem Stecker geben, also bin ich nun gut gerüstet. Das Bauhaus hat auch eine Nautik-Abteilung. Oulu ist eine wunderbare Velostadt. Es hat immer sehr breite Velospuren – dies in der Stadt und ausserhalb, wenn es durch die Wälder geht. Oulu ist auch die inoffizielle Welthauptstadt des Winterradverkehrs. Die Fahrradwege im Zentrum werden im Winter bei einer geringen Schneehöhe sofort geräumt. Auch im Sommer sieht man viele Fatbikes mit breiten Reifen. Das Beste war aber eine alte Frau mit einem ESLA-Doppelroller (ein Rollator mit Trottinett). Am Samstag dann ein ruhiger Bordtag mit kurzem Einkaufen. Ich kaufe nun weniger ein; einige frische Esswaren wurden in den letzten Tagen schnell schlecht. Als es am Nachmittag plötzlich gewitterte ging ich schnell in die Markthalle auf ein Café mit Kuchen. Am Abend dann noch eine kleine Velotour; es gibt mehrere Street-Art-Kunstwecke in der Stadt. Nachdem am Vortag das Pedal des Fahrrades nicht mehr mitdrehte, habe ich es heute mit WD40 geschmiert. Jetzt ist es dafür grad abgeflogen. Daher habe ich die Tour abgekürzt. Eine weitere Reparatur steht an.

Hafengebühren: EUR 16.20 (alles inkl., kein WLAN)

Log: 28.30 sm


 

Raahe Stadthafen: So, 5. Juli 2026

Kurz vor 05:00 Uhr lege ich ab. Mit dem Nordost-Wind komme ich langsam mit Vorwind aus dem Hafen. Draussen ging’s Vorwind weiter zur Insel Hailuoto. Hailuoto ist die grösste Insel im Bottnischen Meerbusen. Mein erstes Ziel war hier der Hafen Marjaniemi. Den Leuchturm passiere ich noch vor dem Mittag, daher geht’s weiter nach Raahe: Windstärke und Windrichtung passen zu gut. Der Wind legt auch heute wieder zu, so kommt das Reff 1 rein. Nach 13:00 Uhr kommt vom Ufer eine Regenwand und bringt Wind mit 25kn. Hier für 30 Minuten nur noch die gerollte Genua. Dann ist der Spuck vorbei und es bleibt bis zum Hafen trocken und sonnig. Kurz nach 16:00 Uhr lege ich im Hafen an. Ich wählte den «Stadthafen, Museonlaituri» – mit einer min. Tiefe von 1.90m kam ich problemlos bis hierher und liege nun nahe vom Zentrum. Vom anderen Gästehafen (Terässatama) ist es doch 3 km zu Fuss bis ins Zentrum. Den Schlüssel für die Einrichtungen bekommt man ebenfalls im Café am Hafen. Ich mache einen kurzen Spaziergang durch Raahe. Die Altstadt ist eine der am besten erhaltenen Holzstädte Finnlands, aber wenig spektakulär. Ausser der Pizzeria «AltoMare» sind auch alle Restaurants geschlossen – es ist Sonntag. Da der Supermarkt zu Fuss auch bisschen weit ist, gibt’s heute Pizza. Für den schnellen Hunger reicht es. Für EUR 17.50 gab’s Pizza, Salat und eine Cola. Eigentlich kann es nicht so schwer sein eine gute Pizza zu machen: ein besserer Sugo und bessere Zutaten und schon wäre es etwas anderes. Es ging früh in die Kojen. Morgen soll es guten Nordost-Wind geben. Leider auch mit Regen.

Hafengebühren: EUR 15.- (Dusche und WC im Café, Strom nur ganz vorne am Steg, kein Wasser, kein WLAN)

Log: 53.32 sm


 

Insel Tankar: Mo, 6. Juli 2026

Heute habe ich den ersten Rekord schon beim Ablegen aufgestellt. Um 04:30 Uhr machte ich die Leinen los. Bis 18:00 Uhr wurden es mit achterlichem Wind 63.4 Meilen. Jetzt habe ich mit MALEAH auf der Ostsee seit 2021 nun Total über 5’000 Meilen. Die nördliche Ecke des Bottnischen Meerbusens habe ich nun hinter mir. Das Highlight war Oulu, sonst kann man sich diese Ecke getrost sparen. Ich glaube in Oulu war ich nicht zum letzten Mal. Gerne sogar mal im Winter. Der zweite Rekord: Mit ausgebaumter Genua und vollem Grosssegel erreichte ich einen Top-Speed von 9.12kn. Bald danach nahm ich das Grosssegel runter. Es rollten schon grosse Wellen von hinten an und es wurde von oben zunehmend nass. Auch möchte ich das Grossegel bisschen schonen, mich natürlich auch. So machte ich es mir immer wieder unter Deck «gemütlich». Dazu kam das Steckschot rein, da es sonst von hinten rein regnete. Am späten Nachmittag war es dann wieder schön und das Boot trocknete ab. Kurz vor dem Anlegen dann erneut ein unnötiger Schauer mit Starkwind. Das Anlegen mit Heckboje und Wind von hinten ging zum Glück gut. Mit über 15kn Wind war schon gut Druck auf der Heckleine zum aufstoppen. Tankar ist eine sehr attraktive kleine Insel nordwestlich von Kokkola und ein Halt hat sich gelohnt. Tankar hat einen markanten Leuchtturm, ein kleines Robbenfangmuseum, eine kleine Kirche und ein nettes Café. Hier bezahlt man auch das Hafengeld. Ich bekam sogar noch den Resten der Fischsuppe. Ich konnte nehmen, so viel ich mochte und es schmeckte vorzüglich. Vielen Dank, dass die Bordküche nach diesem langen Segeltag zu bleiben konnte. Seit langem montierte ich wieder mal die Kuchenbude, damit ich alles trocknen konnte und es im Schiff bisschen gemütlicher hatte. Die Heizung hat mitgeholfen. Wie erkennt man eigentlich einen finnischen Segler?

o Er hat schwarze Elvström-Segel, es ist keine Regatta und er deckt sie am Abend ab

o Er hat einen Decksalon und Windgenerator, steckt aber trotzdem am Landstrom

o Er trinkt Pripps Blå

o Er hat Karabiner an den Vorleinen

o Er hat seinen Heimathafen auch am Bug angeschrieben, z.B. Blankenberge

(Die anderen Antworten kann man auch spezifisch Ländern zuordnen)

Hafengebühren (alle Boote): EUR 25.- (Trocken-WC und Strom, kein Wasser, keine Dusche und kein WLAN)

Log: 53.32 sm


 

Insel Mässkär: Di, 7. Juli 2026

Heute erst ein spätes Ablegen um 10:30 Uhr. Es ist nur wenig Wind vorausgesagt, teils war Regen möglich, der blieb aber aus. Die Windrichtung mit NW stimmte und es sind nur 20sm. Jede Meile nach Süden zählt. Die Insel Mässkär liegt vor Pietarsaari. Die historische ehemalige Lotseninsel bietet einen kleinen Hafen mit einem Restaurant/Café. Die Insel umfasst etwa 35 Hektar mit viel Natur. Pietarsaari (Jakobstad) lasse ich aus. Von weitem habe ich erneut viel Industrie gesehen. Die Stadt selber soll aber sehenswert sein. Pietarsaari ist unter Seglern als Heimat von Nautor Swan und Baltic Yachts bekannt. Bei Nautor Swan bauen sie gerade die 100 Fuss Yacht von Tom Cruise. Knapp vor 17:00 Uhr bin ich im Hafen angekommen. Die letzten 2sm musste ich leider motoren, da der Wind komplett abflaute. Inzwischen habe ich beim Motor wieder ein gutes Gefühl; sonst wäre ich grad nach Pietarsaari und hätte mir auch eine Swan bestellt. Ich lege mich längsseits an eine neue Belgische Ovni 43. Sie wollen am Morgen natürlich früh weg, wie üblich. Früher schauten die Ovni auch schon besser aus – inzwischen ist es ein richtiges Kriegsschiff. Die anderen Plätze schienen untief oder es stand überall «reserverad» oder «varattu», was glaub soviel, wie besetzt heisst.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 25.- (WC, Dusche, Strom, Wasser, kein WLAN)

Log: 17.44 sm


 

Pietarsaari (Jakobstad) Smultrongrundet: Mi, 8. Juli 2026

Der Belgier mit der Ovni 430 ist um 08:30 Uhr tatsächlich zum Ablegen bereit. Für mich ging’s bei windstille unter Motor ins nahe Pietarsaari (schwedisch: Jakobstad). Mein nächster geplanter Stopp (Mickelsörarna, Mikkelinsaaret) wäre 30sm. Das mache ich morgen. Hier sind auch die Windprognosen wieder besser. Pietersaari hat ca. 19’000 Einwohner und ist zweisprachig. Die Mehrheit (ca. 56%) der Bevölkerung spricht schwedisch. Zuerst kommt bei der Einfahrt der Handelshafen mit grossen Frachtern, die gelöscht werden. Die grössten Arbeitgeber der Stadt sind hier die Unternehmen der Papierindustrie (UPM-Kymmene, Billerud Korsnäs), ein Stahlwerk (Outukumpu) und eine Fleischfabrik (Snellmann). Natürlich auch die grossen Werften von Nautor Swan und Baltic Yachts. Bei Baltic Yachts ist eine grosse imposante Yacht und ein Katamaran im Hafen. Hier Videos über die Werft Nautor Swan und eine Swan 51. In einem eng betonnten Fahrwasser geht’s weiter zum Yachtclub SSJ (Segelsällskapet i Jakobstad). Hier ist es schon nach kurzem wieder sehr idyllisch. Es hat sich gelohnt herzukommen, auch wenn ich keine neue Swan bestelle. Besucher können am Kopfende der drei Stege mit Heckbojen anlegen, oder in freien Boxen mit Auslegern. Freie Plätze sind hier blau markiert. Im Clubhaus gab mir ein Segler gute Tipps zu seiner Heimatstadt. Die Leute hier sind alle unglaublich freundlich. Beim Segelclub kann man kostenlos Fahrräder ausleihen. In zehn Minuten ist man so im Zentrum. In der Altstadt (Skata) hat es viele Holzhäuser. Das Stadtzentrum selber ist modern. Hier gibt es z.B. einen grossen Supermarkt und einen Buchladen mit finnischen Seekarten. Ein schönes Gebäude ist die ehemalige Tabakfabrik Strengberg. Gleich nebendran ist das Backsteingebäude der alten Feuerwehrstation mit einer Brauerei und Restaurant (Station 23). Hier war ich zum Abendessen. Das Essen ist lecker; preislich aber eher gehoben (Pasta mit Shrimps, EUR 29.-, Bier der Woche, EUR 5.-). Auf dem Essen sind 13.5% MWST drauf, auf dem Bier sogar 25.5% MWST, was die Preise für den Wirt natürlich wieder relativiert. Zu empfehlen ist am Nachmittag auch das Café Skorpan. Hier gibt’s in gemütlichem Ambiente mit schönem Garten eine grosse Auswahl an frischen Backwaren.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 20.- (WC, Dusche, Strom, Wasser und WLAN)

Log: 4.81 sm


 

Mickelsörarna (Mikkelinsaaret): Do, 9. Juli 2026

Der Wind weht heute aus NW; wieder ideal für meine Fahrt in Richtung Süden. Als einziges Boot am Steg war das Ablegen trotz stärkerem Seitenwind sehr einfach. Nach dem Lösen der Vorleinen hing ich schön an der Heckboje und konnte nur retour weg. Die ersten 2.5 Meilen ging’s unter Motor das enge Fahrwasser nach Norden zum Handelshafen. Bei Nautor Swan Werftf setzte ich die Segel und schon rauschte ich bei 10-15kn Wind los. Zuerst ein kurzes Stück mit Amwindkurs. Bei der Insel Mäskär, wo ich am Vortag war, ging’s dann mit Raumwind südlich weiter. Um 15:00 Uhr habe ich den kleinen Hafen von Mickelsörarna (Mikkelinsaaret) bereits erreicht. Beim Ablegen am Morgen war es noch bewölkt und kühl. Jetzt mit Sonne wieder Temperaturen für T-Shirt und Shorts. Ich kann mich längsseits an die Innenseite des Steges legen. Aussen liegen zwei grössere Yachten an Heckbojen. Die Hafengebühren von EUR 10.- bezahlt man im Café. Es gibt eine Sauna, die vom Hafenmeister eingeheizt wird und einen schönen Grillplatz. Wasser und Strom gibt es auf der Insel nicht. Es ist ein Naturschutzgebiet. Kummelskäret ist eine alte Lotsenstation mit Aussichtsturm, bekannt als das «Tor zum Kvarken». Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht auf den Kvarken Archipelago mit den unzähligen bewaldeten Inseln. Man soll teils sogar bis nach Schweden sehen können. Auf der Schwedischen Seite sind die schönen Höga Kusten. Mit den Höga Kusten bilden die Schären des Kvarken ein gemeinsames UNESCO-Weltnaturerbe. Auch hier hat vor mehr als Zehntausend Jahren, auf dem Höhepunkt der Eiszeit, das Gewicht einer dicken Eisschicht die Erdkruste um bis zu einem Kilometer nach unten gedrückt. Seitdem hat sich das Land langsam wieder auf sein ursprüngliches Niveau erholt. Das Land hebt sich heute neun Millimeter pro Jahr: So stehen im Verlaufe eines Menschenlebens plötzlich Bootshäuser seltsam auf dem trockenen.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 10.- (Trocken-WC, kein Strom, kein Wasser, keine Dusche und kein WLAN)

Log: 17.44 sm


 

Vaasa: Fr, 10. Juli bis So, 14. Juli 2026

Um 07:40 Uhr lege ich ab. Sofort setzte ich die Segel und segle das Fahrwasser mit achterlichen leichten Winden ab. Da der Wind schwach ist, segle ich aussen um den Kvarken. Innen bin ich wahrscheinlich zu oft in Windabdeckung und ich möchte meinen Motor so viel wie möglich schonen. Das Fahrwasser scheint mir auch hier problemlos segelbar und ist bestimmt wunderschön. Es ist sogar offener als es auf der Karte erscheint. Aussen segle ich bis zum Leuchturm «Ritgrund» mit Raumwind. Hier kann ich auf Vorwindkurs abfallen. Beim Leuchturm Ritgrund hat es einen schönen kleinen Hafen. Der Hafen wäre bestimmt auch einen Halt wert. Es liegt nur ein Segelboot im Hafen. Kurz vor 13:00 Uhr passiere ich die 24 Meter hohe und 1.045m lange Replot-Brücke (Replotbron). Sie verbindet die grössten Inseln im Kvarken-Archipel Replot und Björkö mit dem Festland. Weiter geht’s von hier durch ein schmales gut betonntes Fahrwasser an unzähligen Inseln vorbei bis Vaasa. Endlich legt der Wind bisschen zu und so wird die Ankunft in Vaasa doch früher sein. Vor dem Handelshafen, wo die grossen Fähren einfahren, wird es offener und man kommt an den Fähren problemlos vorbei. Fähren fahren von hier z.B. in die Region Västerbotten nach Umeå (SWE). Zu den Sporthäfen an der Nordostseite der Insel Vaskiluoto/Vasklost ging’s noch für eine halbe Meile auf Amwind im engen Fahrwasser der Industrie Vaasa’s entlang. Hier liegen drei Sporthäfen nebeneinander. Ich wähle den südlichen Segelförening Yachtclub (WSF). Er hat ein Restaurant (Seglis) und ein schönes hölzernes Clubhaus. Die Freileitung mit 30 Metern und die Wassertiefen vor den Häfen sind problemlos zu passieren. Vor dem Hafen habe ich genügend Zeit noch das Vorsegel zu bergen und ich werde von der Hafenmeisterin schon bald angewiesen an der Aussenmohle längsseits anzulegen. Im Hafen ist alles besetzt, resp. es wird nicht viele freie Gastplätz an Heckbojen und in Boxen geben. Bis am Abend sind auch an der Aussenmohle alle Plätze besetzt. Vom Swell der Boote ist es hier einbisschen unruhig; wenigstens liege ich mit dem Bug schön im Wind. Der Wind stellt in der Nacht ab. Es kommt nur noch die Musik vom Festival. Auch hier hat der Segelclub beste Einrichtungen und ist sehr gastfreundlich; es wird auch wieder die Schweizer Flagge gehisst. Mit dem Leihrad des Clubs fahre ich am Abend über die Brücke ins Zentrum. Wegen dieser niedrigen Brücke kann man nicht von Süden her einlaufen. Vaasa hat knapp 70’000 Einwohner und ist die regionale Hauptstadt der Region Österbotten. Auch Vaasa ist wieder zweisprachig (Schwedisch: Vasa). Es gibt gute Einkaufsmöglichkeiten. Am Ufer hat die Stadt mit dem alten Zollhaus und dem Badestrand auf der kleinen Insel Hietasaari noch Charme. Das Zentrum mit Einkaufsstrasse ist modern und wie in jeder anderen Stadt. Es gibt ein paar schöne Gebäude, mehr nicht. Ich bereue zuerst, dass ich gleich für zwei Nächte Hafengebühren bezahlt habe. Es ist aber gut so, der Samstag wird ein heisser windstiller Tag und ich habe so genügend Zeit für diversen Bordunterhalt. Vaasa gilt nämlich auch als Finnlands sonnigste Stadt. Eigentlich gilt Vaasa auch als glücklichste Stadt. Hier schienen mir die Leute in den nördlichen Städten auf den ersten Blick aber glücklicher. Am Samstag fahre ich mit dem Fahrrad kurz zum Einkaufen in die Stadt. Am Abend gehe ich mit Jari (Dragonfly 920 Extreme, Schweiz) und Michael (IF-Folkeboot, Deutschland) zum Essen in die Stadt. Es gab Burger und Pommes auf dem Marktplatz. Wir hatten einen regen Austausch unter «Kleinboot»-Seglern. Jari und Michael fahren nun weiter nordwärts. Am Sonntag Morgen wollte ich eigentlich in Vaasa ablegen. Mit kaltem starkem Nordwind und Regen war das Wetter aber sehr garstig. Ich entschied mich schnell die Vorzüge der Stadt einen weiteren Tag zu nutzen. Am Morgen machte ich noch eine Wäsche. Auch die anderen Segler nutzen die Waschküche, das WLAN und das warme Hafengebäude und machten es sich hier gemütlich. Mit Jari und Micheal ging ich auf einen gemütlichen Kaffee in die Stadt. Anschliessend machte ich es mir mit Kochen im Schiff gemütlich.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 30.- (Strom, Wasser, WC, Dusche und WLAN)

Log: 30.09 sm


 

Kaskinen, Kaskö: Mo, 13. Juli 2026

Heute nach den drei Hafentagen wieder ein frühes Ablegen um 05:40 Uhr. Der Wind bläst aus Nordwest. Das erste kurze Stück vor dem Hafen noch gegen an noch unter Motor. Dann geht’s mit Gross und Genua mit achterlichen Winden südwärts. Das erste Fahrwasser bei Kalvskinnsgrund ist eng, etwa 30 Meter breit, aber mit Kardinalszeichen gut betonnt. Vor zehn Uhr bin ich bei der Insel Bergö. Hier hat es einen guten Ponton mit Liegeplätzen zum Anlegen. Ich passiere die Fähre die Bergö mit Bräckskäret verbindet. Beim Fahrwasser bei Remmargrynnan ragen grosse Steine neben dem Fahrwasser aus dem Wasser. Sobald man den Schärengarten des finnischen Kvarken verlässt, wird die Küste immer offener und das Meer vor der Küste immer flacher. Es gibt auch weit aussen noch untiefere Stellen, die aber gut markiert sind. Es gibt nicht so viele Häfen und Plätze, die man ansteuern kann. Mein erstes geplanntes Ziel Storkorsham passiere ich schon am Mittag. Ich nutze den guten Wind und mache weiter Weg nach Süden. Mit Grosssegel und ausgebaumter Genua geht es mit über 5kn vorwärts. Am späten Nachmittag briest der Wind erneut auf und erreicht wieder 20kn. Inzwischen ist der nördliche Wind recht kalt und friere fast an die Hände. Auch habe ich bereits wieder drei Schichten Kleider an. Ich steuere Kaskinen von Norden an. Hier war ich nicht sicher, ob ich die Steine bei Norra Kobblen aussen umfahren soll, oder ob ich die Abkürzung quer durch wagen soll. Weit vor mir ist eine Elan 40, die den kurzen Weg wählt. Ich habe dann ihr Weg auf meinem Plotter mit Wegpunkten abgesteckt. Vor Ort war es dann halb so schlimm und ein Fahrwasser war gut betonnt. Auf der Karte war aber keine einzige Tonne markiert. Auch in den anderen Fahrwasser hatte es heute mehr Tonnen, als auf der Karte markiert sind. Mit achterlichem Wind erreiche ich unter Genua um 17:15 Uhr den Hafen. Ich kann einfach längsseits anlegen. Es gibt zwar Heckbojen, die werden aber nicht genutzt. Es liegen nur drei weitere Boote im Hafen. Das Hafengeld bezahle ich im Café. Auch hier ist wieder alles finnisch sehr nett. Die Service-Einrichtungen sind tadellos. Kaskinen ist eine kleine, idyllische Stadt. Sie gilt als die kleinste Stadt Finnlands. Auch in dieser Stadt sind alle Strassen in einem Schachbrettmuster angelegt. Es hat viele schöne Holzhäuser mit schönen Vorgärten. Am Montag sind alle Geschäfte geschlossen, daher ist es recht ruhig. Ich koche Pasta und genisse an Land das sommerliche Wetter und fahre mit dem Leihrad die kleine Stadt ab.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 32.- (Strom, Wasser, WC, Dusche, kein WLAN)

Log: 54.72 sm


 

Kristiiankaupunki (Kristinestad): Di, 14. Juli 2026

Nach dem längeren Segeltag gestern, ging’s heute erst nach einem späten Frühstück los. Der Westwind soll gemäss Windfinder-App auch erst ab Mittag kommen. Beim Ablegen um 11:00 Uhr ist es noch windstill, dafür sommerlich warm. Die ersten drei Meilen muss ich das Fahrwasser nach Süden raus motoren. Es ist leichter Gegenwind. Dann kann ich bei sehr leichtem Wind die Segel setzen und bisschen davon rutschen. Mit drehenden Winden geht’s meist mit zwei Knoten oder weniger in Richtung Kristiiankaupunki (Kristinestad). Kristiiankaupunki ist nur knapp 15sm entfernt. Die Ansteuerung erfolgt von Süden durch die Schären. Bei leichtem Wind und langsam Tempo ist die Navigation kein Problem. Mit Vorwind komme ich fast vor den Hafen. Um 17:00 Uhr lege ich im Gästehafen mit Heckboje an. Nach einem Abendessen im Restaurant «Crazy Cat» machte ich noch einen kleinen Stadtspaziergang. Kristiiankaupunki wurde wie z.B. Raahe ebenfalls von Graf Per Brahe gegründet. Er erkannte schon damals die hervorragenden Hafenverhältnisse.Die Stadt ist eine der am besten erhaltenen Holzstädte Skandinaviens. Die schönen Holzgebäude stammen aus dem 18. Und 19. Jahrhundert. Sehenswert sind v.a. die Kissanpiiskaajankuja mit knapp drei Meter Breite eine der engsten Strassen Finnlands, die Holzkirche Ulrika-Eleonora oder das Lebell’sche Kaufmannshaus aus den 1760er Jahren. Ideal am östlichen Gästehafen sind der Supermarkt und die Tankstelle, die nur wenige Meter entfernt sind. Am Stadtquai kann man dafür gegen Aufpreis den Service des Hotels «Sea You» benutzen. Im Jahr 2011 wurde Kristiiankaupunki als erste Stadt in Finnland in die Vereinigung Cittaslow aufgenommen, die liebens- und lebenswerte Städte weltweit verbindet. Ziel dieser Städte ist es, in einer zunehmend globalisierten Welt die regionalen Besonderheiten und Stärken zum Wohl der Bürger und Gäste mehr zu nutzen. 

Hafengebühren (alle Boote): EUR 10.- (Strom, kein WC, keine Dusche, kein Wasser, öffentliches WLAN in der Stadt)

Log: 14.10 sm


 

Reposaari: Mi, 15. Juli 2026

Es hält mich nichts in Kristiinankaupunki. Ziel ist es noch heute oder morgen nach Rauma zu kommen. Auf’s Wochenende soll der Wind kurz auf Süd drehen und Regen wird auch noch vorhergesagt. Rauma wäre daher sicherlich ein guter Ort, wenn es Hafentage geben sollte. Um 07:00 Uhr lege ich ab und setze gleich die Segel. Mit achterlichen Winden geht’s weiter südwärts. Nach 15sm passiere ich vor dem Mittag den ersten möglichen Stopp, den Hafen von Kilen. Mit 5-7 kn Wind geht’s auch am Nachmittag weiter nach Süden. Um 18:00 Uhr stellt der Wind vor Repossari komplett ab und ich motore noch 4sm in den Hafen. Reposaari ist der Tiefwasserhafen von Pori (Björneberg). Die Tanklager, Schornsteine und Windräder sind schon lange von weitem zu sehen. Nach der Einfahrt zum Industrie- und Handelshafen fährt man noch etwa drei Meilen geschützt zum Gästehafen Marina Merilokki. Hier wird es dann idyllischer. Um 19:00 Uhr habe ich mit Heckboje angelegt. Es gibt viele freie Gästeplätze: Innen am Quai und Aussen ein ganzer Steg – Anlegen jeweils mit Heckbojen. Das Hafenbüro und das Hafencafé sind bereits geschlossen. Gerne hätte ich noch das WM-Halbfinale England gegen Argentinien geschaut. Die Fussball-WM habe ich bis auf ein Schweizer Spiel komplett verpasst. Nach einem schnellen aufgewärmten Essen geht’s in die Kojen. Morgen geht’s früh weiter nach Rauma. 

Hafengebühren (alle Boote): EUR 26.- (Strom, Wasser, WC, Dusche, kein WLAN, Sauna)

Log: 45.01 sm


 

Rauma, Poroholma: Do, 16. Juli bis So 19. Juli 2026

Um 04:30 Uhr lege ich ab, um den noch nördlichen Wind zu nutzen. Mit achterlichem Wind geht’s bereits mit einer Morgenbrise aus dem Hafen. Um 07:00 Uhr schläft der Wind für einen Moment komplett ein. Kurze Zeit später geht’s mit zwei bis drei Knoten mit ausgebaumter Genua langsam südwärts. Zuerst nur in Badehose. Es ist sommerlich heiss. Es gibt nur einige Steine und Untiefen zu beachten; sonst bin ich meist im zehn Meter Bereich. Auf den Steinen pfeifen und krähen Vögel von weitem. Andere Boote sehe ich auch heute nicht. Seit Haparanda habe ich maximal 10 Segelboote gekreuzt. Am Mittag nimmt der NW-Wind zu. Mit dem Wind erhöht sich der Bootsspeed und es wird umgehend wieder kühler. Die ausgebaumte Genua und das Grosssegel machen noch Schatten. Ich ziehe mir wieder einen Pulli und eine Jacke an. Um 14:00 Uhr erreiche ich das Hauptfahrwasser aus Nordwesten nach Rauma. Es führt zum Handelshafen Ulko-Petäjäs. Weiter geht’s für mich über die nördliche Zufahrt – nördlich der Inseln Pollä und Kaskinen zu den beiden Gasthäfen Syväraumanlahti und Poroholma. Mit achterlichen Winden kann ich zu den beiden Gasthäfen segeln. Auf einem kurzen Amwindkurs berge ich das Grosssegel und mache das Boot für das Anlegen klar. Mit Genua geht’s die letzten paar Hundert Meter bis zum Hafen. Ich wähle den Hafen Poroholma. Eine gute Empfehlung des IF-Seglers Michael. Ich mache zuerst am äusseren Quai an Heckboje fest. Der schöne Gästehafen ist aber weiter Innen um die Ecke. Ich schaue es mir schnell zu Fuss an. Mit 2.5 Meter Tiefe ist er für mich kein Problem. Hier kann ich in einer Box mit Strom und Wasser anlegen. Ausser mir liegen am Abend nur finnische Motorboote hier. Es ist ein grosser fünf Sterne Camping und hat bisschen das Ambiente vom Europa-Park. Hinter mir im Hafen ein Piratenschiff als Restaurant, alte Fahrzeuge und Holzhäuser mit Türmchen. Bei der Reception und Bar am Abend Camping-Atmosphäre mit Bingo und Live-Musik. Rauma ist Weltkulturerbestätte und ein Schiffbauzentrum. Obwohl Rauma im späten 17. Jahrhundert bei einem Brand verwüstet wurde, hat sie ihre alte, ortstypische Architektur bewahrt. Die sehr gut erhaltenen Holzhäuser wurden behutsam einer zeitgemässen Nutzung angepasst und verdienen den Status als Weltkulturerbe. Die Stadt liegt südlich des Hafens und ist in zwei Kilometern zu Fuss gut erreichbar. Für mich gibt es ein paar Hafentage. Freitag und Samstag ist Südwind vorausgesagt und es kommt wahrscheinlich starker Regen mit Starkwind. Wahrscheinlich geht es erst am Montag weiter. Der nächste Halt wird voraussichtlich Uusikaupunki (Neustadt). Mein weiterer Plan: Über Turku und das Turku-Archipel nach Hanko und dann nach Helsinki. Von Helsinki ist dann Estland (Tallinn) nicht mehr weit. Die Hafentage hier in Rauma sind kurzweilig. Das Maritime Musem, die Altstadt, ein nettes Café, Tankstelle für Diesel, Einkaufen, ein Buchladen für Hafenhandbücher, Kochen und am Abend Live-Musik auf dem Camping. Hier habe ich erstmals die kleinen Roboter-Einkaufswagen gesehen, die Einkäufe autonom nach Hause fahren, gesehen.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 30.- (Strom, Wasser, WC, Dusche und WLAN beim Café)

Log: 32.16 sm


 

Uusikaupunki Pakkahuone: Mo, 20. Juli 2026

Nach den Hafentagen habe ich kurz vor sechs Uhr abgelegt. Mit schönem Morgenwind komme ich gut aus dem Hafen. Draussen stellt der Wind leider ab und die Segel schlagen nur noch von der alten Welle des Starkwinds vom Vortag. Ich berge das Grossegel und baume die Genua aus. Über längere Zeit mache ich nur wenige Meilen vorwärts. Auch sonst komme ich heute nicht so in die Gänge. Ich hätte eine südlicheres Fahrwasser nehmen können und so ein paar Meilen bei der Ausfahrt aus Rauma gespart. Später kommt dann der Nordwind. Er bringt mich mit der Genua doch noch flott bis vor Usikaupunki. Die Kreuz zum Hafen zum Schluss nur mit Genua war gar nicht sportlich. Um 15:00 Uhr lege ich mit Heckboje an. Neben mir liegt die X99 aus Berlin, die ich seit Haparanda in fast jedem Hafen treffen. Uusikaupunki liegt zwischen der Bottensee und dem Turkuer Schärengarten. Den Hafen Uusikaupunki hat mir bereits in Mariehamn ein finnischer Segler empfohlen. Der Hafen ist wirklich schön. Beidseits liegen Schiffe und es gibt nette Caffés an der Promenade. Die Innenstadt selber kann man sich aber sparen- hier gibt es gar nichts; zwei nahe Supermärkte zum Einkaufen und ein paar gut erhaltene Holzhäuser.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 29.- (Strom, Wasser, WC, Dusche und WLAN beim Café)

Log: 34.14 sm


 

Jurmo (Aland-Inseln): Di, 21. Juli 2026

Heute ein späteres ablegen als am Vortag. Nachdem ich gestern nicht in die Gänge gekommen bin, habe ich heute ausgeschlafen. Um 09:00 Uhr ging’s los nach Jurmo (das nördöstliche Jurmo auf den Alands). Die 25sm waren mit Vorwind bei 4-5Bft «schnell» ersegelt. Aufgrund der vielen Tonnen und Inseln brauchte es bei der Navigation aber bisschen Konzentration. Heute war ein schöner Sommertag. Unterwegs habe ich erstmals wieder einige andere Segler gesehen. Den Hafen habe ich aus südosten angesteuert. So kommt auch die Fähre. Mit einer kurzen Kreuz kam ich bis zum betonnten „engen“ Fahrwasser. Um 15:00 Uhr bin ich da. Auch hier anlegen mit Heckboje. Der Hafen ist bis auf zwei bis drei Plätze erstmals voll. Die Heckbojen sind so weit draussen, dass ich die Heckleine verlängern musste. Jurmo ist ein gemütlicher und schöner Gasthafen. Traditionelle Holzhäuser und Bootsschuppen ergeben ein schönes Bild. Die Hafengebühren kann man im Café mit Shop (mit Lebensmitteln) entrichten. Die Stege sind neu und die Service-Infrastruktur ist gepflegt. Die Angabe in meinem alten Aaland-Hafenbuch stimmen dazu nicht mehr. Auch Andreas und Michaela von der X99 kommen nach Jurmo und wir essen am Abend im Hafenrestaurant zusammen. Sie sind auf der Rückfahrt von der Midsummer-Regatta nach Berlin. Für mich war der «kleine Ausflug» von den westlichen Alands (Mariehamn) bis zur gelben Tonne von Töre und zurück zu den östlichen Alands nach Jurmo 992 Seemeilen. Das Abendessen war lecker. Jurmo ist stolz darauf, Hochlandrinder zu züchten. Das Fleisch wird im Laden angeboten oder es gibt Burger im Restaurant. Ein Finne hat uns dazu den Hartwall Longdrink aus der hellbauen Dose empfohlen. Natürlich nur das Original mit 5.5% Alkohol. Der Drink wurde für die Olympiade 1952 in Helsinki entwickelt, so dass die ausländischen Gäste eine Alternative zum Bier hatten. Heute stehen ganze Paletten davon im Supermarkt. Es schmeckt nach Gin und Grapefruit – die Geschmacksexplosion ist es nicht, aber süffig. Mein finnischer Bootsnachbar schreibt einen Blog und macht tolle Youtube-Filme von seinen Törns mit seinem Motorboot. Hier der Film über den Hafen von Jurmo. Die Aufnahmen sind von gestern.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 28.- (Strom, WC, Dusche, klein WLAN)

Log: 25.54 sm


 

Näsby auf Houtskär (FIN): Mi, 22. Juli 2026

Meine jungen finnischen Bootsnachbarn sind bisschen vor mir zur Abfahrt bereit. Mit gut Schuss geht’s bei Ihnen retour unter Motor aus dem Platz. Das Aushacken an der Boje hat dann leider nicht geklappt und so standen sie plötzlich quer; mit laufendem Motor ging’s dann noch über meine Heckleine. Diese hat sich natürlich in ihrem Propeller verfangen. Mit schwimmen haben Sie das Boot wieder zurück an den Steg verlegt und die Heckleine vom Propeller befreit. Meine Heckleine musste leider gekappt werden und ist jetzt drei Meter kürzer. Egal, für den Moment habe ich sie wieder zusammengeknotet. Ich brauche dann sowieso längere Vorleinen, da meine Klampen einen Meter hinter dem Bug sind und ich schon beim Belegen auf Slip zwei Meter Leine auf dem Schiff benötigen. Wenn die Poller/Ringe im Hafen weit auseinander liegen, ist es im Moment sowieso immer knapp oder ich muss mit einem Palstek  am Poller/Ring festmachen. Mein Bootsnachbar Reino Komi hat mir noch viele Hafentipps bis Estland. gegeben. Er kommt mit dem Motorboot von der Nähe von Helsinki. Um 09:30 Uhr war ich bereit zum ablegen. Mit schwachem achterlichem NW-Wind ging’s südwärts. Meist mit ausgebaumter Genua. Der Speed mit 2-4kn war nicht berauschend. Es ist bedeckt und ab und zu nieselt es leicht. Die X99 segelt nun westwärts. Das Anlagen in Näsby ist erst kurz vor 17:00 Uhr. Auch hier wieder mit Heckboje. Ich konnte mich noch in den letzten Platz bei den kleinen Motorbooten nahe bim Café legen. Der Tiefgang ist hier kein Problem. So liege ich auf der bevorzugten geschützen und ruhigen Leeseite des Stegs. Auf der anderen Seite waren noch einige Bojen frei. Nahe beim Café Skagen habe ich auf dem Boot sogar noch WLAN. Auch heute blieb die Bordküche zu. Im Café Skagen gönnte ich mir leckeren Fisch. Im nahen Supermarkt (200m) reichte es sogar noch für einen Einkauf vor 20:00 Uhr. Am Abend ist es kühl und es regnet leicht. Der Spaziergang durch das überschaubare Dorf fiel dann kurz aus.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 33.- (Strom, Wasser, WC, Dusche, Sauna, WLAN)

Log: 24.43 sm


 

Aspö: Do, 23. Juli 2026

Um 10:00 Uhr lege ich ab. Zuerst geht’s schleichend durch ein bewaldetes enges Gewässer nördlich der Insel Houtskär. Mit dem achterlichen NW-Wind komme ich fast überall unter Segeln durch. Nur ein kleines Stück war komplett in der Windabdeckung. Später zweige ich in die Hautrouten nach Turku ein. Hier erstmals reger Bootsverkehr. Mein Weg führt aber schon schnell wieder zwischen den grössen Inseln Korppoo und Nauvo südwärts. Mit zunehmendem Wind purzeln nun plötzlich doch noch die Meilen schnell runter. Im flachen Wasser habe ich zum Schluss konstant über sechs Knoten Speed. Bei Aspö entschied ich mich für einen Halt, so spare ich mir den kurzen Weg nach Jurmo für Morgen auf. Der Halt hat sich gelohnt. Ich kann mich längsseits noch an eine Bavaria 30 legen. Normalerweise liegen die Boote hier an Heckanker. Der Steg an dem wir alle längsseits liegen, ist ein Provisorium und wird wahrscheinlich wieder abgebaut. Er dient sonst zum Anlanden der Arbeitsboote zur Erneuerung des Fähranlegers. Vielleicht bleibt der Steg ja, denn er bringt dem kleinen Dorf im Sommer bestimmt einige Bootstouristen mehr. Der Hafen ist bis am Abend komplett voll. Es ist ein schöner Sommerabend und im Hafencafé spielt traditionelle Live-Musik. Ich spaziere noch auf den kleinen Berg. Von dort hat man eine schöne Aussicht auf den Hafen und den Schärengarten. Mein Bootsnachbar ist mit seiner Bavaria 30 schon zweimal über den Atlantik und nach Grönland. Dieses Jahr ist er als Filmer für den nördlichen Finnland-Hafen-Tourismus auch schon bis Haparanda/Tornio gesegelt. Seine Youtube-Grönland-Filme findet man z.B. unter Ruffe Sailing (Kari Ruffe Nurmi).

Hafengebühren (alle Boote): EUR 23.10 (Trocken-WC, Wasser beim Café, WLAN, Sauna extra)

Log: 26.65 sm


 

Jurmo (Finnland): Fr, 24. Juli bis So, 26. Juli 2026

Heute ein frühes Ablegen um 07:30 Uhr. Die Päckli lösen sich schon bald auf. Die Häfen sind voll und auch die Finnen wollen nicht zu spät im nächsten Hafen einlaufen. Der Wind ist am Morgen noch schwach, dreht aber schon schnell über West auf Südwest. So wird es seit langem wieder eine kleine Kreuz. Es sind aber nur etwa 10sm. Jurmo ist eine der südlichsten Schären Finnlands. In Aspö wurde mir mehrmals die Insel Björkö empfohlen. Es scheint der Lieblingsplatz der Finnen zu sein. Von Aspö wären es nur drei Meilen nach Björkö. Es ist ein Naturhafen mit einem See zum Schwimmen. Da der Wind im Laufe des Tages aber noch stark zunimmt, beschloss ich doch direkt nach Jurmo zu segeln. Mit flachem Wasser und Genua lief die Kreuz ausgezeichnet. Bereits beim Einlaufen in den Hafen vor 12:00 Uhr hatte der Wind schon wieder gute 10kn erreicht. Ich hatte Glück und vor mir, sind gerade ein paar Boote ausgelaufen, so gibt’s noch gute freie Plätze. Ich habe noch eine Heckboje im Lee des Steges. Darüber bin ich später noch froh, denn es ist ab dem späten Nachmittag bis Sonntag Starkwind vorausgesagt. Der Hafen ist eng. Für ein Boot meiner Grösser (<11m) aber problemlos. Das Hafengeld bezahlt man im kleinen Geschäft mit Café, eine Art Hafenkneipe. Eigentlich fast ein Likörflaschen-Museum. Der Vater des jetzigen Shop-Inhabers fing damit an und brachte von seinen Reisen Schnapsflaschen mit. Heute lassen auch Segler Flaschen hier und die Sammlung wird immer grösser. In Kappeln habe ich im Auto noch eine angefangene Röteli-Flasche, wenn ich das nur gewusst hätte. Auch hier wieder ein sehr netter finnischer Nachbar. Jurmo ist eine interessante, verlassene, niedrig gelegene und exponierte Insel, die sich geologisch von den anderen Inseln unterscheidet. Der grösste Teil der Insel ist ein Vogelschutzgebiet. Am Nachmittag spaziere ich über die Insel: Es gibt viel Wald, Steinsetzungen (munkringar), Sand- und Kiesstrände, eine schöne raue Flora und Fauna. Im kleinen Dorf gibt es eine kleine Kapelle und sogar Alpaccas. Es ist wirklich sehr schön hier. Trotz des starken Windes ist es sommerlich warm. Gerne wäre ich am nächsten Tag mit der Fähre noch nach Utö gefahren. Die Fähre verkehrt am Wochenende leider nur einmal und es gäbe am gleichen Tag kein zurück nach Jurmo mehr. Die lokale Fähre ist hier sogar kostenlos: Früher nur für Einheimische, jetzt aus Gleichberechtigungsgründen als Teil des öffentlichen Strassennetzes sogar für alle. Utö ist die südlichste bewohnte Insel Finnlands. Es hat eine Lotsenstation und von früher gibt es noch militärische Einrichtungen. Vielleicht braucht man diese heute wieder um nach Russland Ausschau zu halten. Wahrscheinlich gibt es über das Wochenende Hafentage. Der Samstag ist ein Hafentag mit Bordarbeit und Omnia-Küche. Als Fika gab es Erdbeertorte vom Hafencafé; sehr lecker. Am Morgen war der SW-Wind noch moderat, dann am Nachmittag, wie vorhergesagt, stark. Die Temperaturen sind trotz Wind angenehm, kein Vergleich mit dem Nordwind der vergangenen Tage.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 25.- (Strom, Trocken-WC, Wasser beim Café, Dusche bis 11:00 Uhr, dann Sauna plus EUR 20.-, kein WLAN)

Log: 13.42 sm


 

Nötholmen, Rosola: Mo, 27. Juli 2026

Heute ging’s vor acht Uhr bei Regen los. Im Hafen noch schwacher Wind und das Ablegen von der Heckboje ist kein Problem. Draussen kommt der Wind mit +10kn aus Südost. Mein Kurs nach Osten ist so meist ein Amwindkurs. Es geht auf der südlichen Route – eine Autobahn – in Richtung Hanko. Zum Glück drehte der Wind schon bald auf Südost, so dass ich nicht mehr um jedes Grad Höhe kämpfen musste. Für ein Aufkreuzen bleibt hier zwischen den Steinen und Inseln relativ wenig Platz. Jetzt ist es ideal und ich kann auf einem Bug durch Segeln. Nach einer Stunde setzte ich noch das Reff 1 ins Grossegel und ich rauschte meist mit über 6kn vorwärts. Es war wenig Verkehr; eine Flottille unter englischer Flagge kam entgegen – vorab ein grosser Dragonfly 40 Trimaran mit zwei Reff und später Einrümpfer alle nur mit Genua. Vor dem Mittag hörte der Regen zum Glück auf und das Schiff trocknete wieder. Auf einem Amwindkurs regnet es wenigstens nicht von hinten ins Schiff und hinter der Sprayhood bin ich einigermassen gut geschützt und bleibe einigermassen trocken. Vom Grosssegel tropft immer viel Regen auf die Leebänke. Durch die Krängung des Bootes läuft im Cockpit das Regenwasser schlecht ab und ich schöpfe mit einem Lumpen immer wieder Wasser, so dass das Wasser nicht in die Backskisten läuft. Ich könnte auch einfach das Grosssegel fieren. Mit weniger Krängung funktioniert der Abfluss; Krängung ist ja auch nicht unbedingt immer schnell. Die Biga ist halt für gemütliche Fahrtensegler konzipiert. Nach dem Mittag lege ich bei schönem Wetter mit Heckboje in Rosola an. Der Gästehafen liegt geschützt auf der Nordwestseite der Insel. Das Schiff ist inzwischen wieder trocken und die Sonne scheint. Ich mache noch einen Spaziergang vom Gästehafen durch den Wald ins zwei Kilometer entfernte Rosola. Das Dorf Rosola ist sehr klein. Es gibt dort eigentlich einzig das Viking Center. Da es auch keinen Supermarkt gibt und ich kaum mehr frische Sachen habe, esse ich im Viking Center ein spätes Mittagessen. Als wohl letzter Gast für heute kann ich vom Tagesmenü-Buffet so viel nehmen, wie ich möchte. Das Dorf Hitis wäre grösser ist aber etwa 12km vom Gästehafen entfernt. Am Abend erneut Regen.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 16.- (WC, Wasser, Strom +EUR 9.-, Duschen +EUR 1.-, Sauna extra, kein WLAN)

Log: 28.18 sm


 

Hanko Östra hamnen, (Itäsatama) HSF: Di, 28. Juli 2026

Um 08:00 Uhr lege ich in Rosala bei leichtem Westwind ab der Heckboje ab. Meist mit Sonnenschein geht’s im gut betonnten Fahrwasser mit achterlichem Wind nach Hanko. Vor 14:00 Uhr bin ich bereits in Hanko. Ich lege im Östrahamnen mit Heckboje an. Der Hafenmeister hat mich mit dem Schlauchboot empfangen und eine Boje zugewiesen. Hanko ist die südlichste Stadt Finnlands. Als historischer Bade- und Kurort bietet Hanko ein grosses Angebot zur Entspannung und gilt mit ihrem maritimen Flair als das ultimative Sommerparadies des Landes.hat es einen Supermarkt und ich kann endlich die Vorräte wieder auffüllen. Hanko habe ich schnell gesehen und morgen geht’s wahrscheinlich weiter auf die Insel Jussarö. Ich bevorzuge im Moment kleinere Häfen, freue mich aber schon jetzt auf mein Törnziel Tallinn.

Hafengebühren (alle Boote): EUR 27.- (WC, Wasser, Strom, Dusche, Sauna, WLAN)

Log: 20.82 sm


 

Jussarö: Mi, 29. Juli 2026

Nach Jussäro sind es von Hanko knapp 20sm. Um 08:30 Uhr lege ich in Hanko ab. Ich wähle das Innere Fahrwasser durch die Schären. Mit leichtem Südwind navigiere ich mit achterlichem Wind ideal durch die Schären. Es ist eine toller Sommertag und die Schärenwelt ist auch hier wahnsinnig schön. Nach Jussäro komme ich in eine offenere Route und es gibt zum Schluss noch gut Fahrt, so dass ich vor 14:00 Uhr in Jussäro an Fingerstegen anlege. Die kleine Insel Jussarö ist ein besonderes Kleinod im südlichen finnischen Schärengarten im Golf von Finnland. Auf dieser kleinen Schäre verbinden sich Industriekultur und Naturschutz auf kleinstem Raum. Der westliche Teil ist Naturschutzgebiet und Teil des Ekenäs Archipelago Nationalparks, der östliche Teil ist geprägt von Industrieruinen und verfallener Bebauung mit Wohnhäusern. Diese Ruinen zeugen von der Zeit zwischen 1961 und 1967, als hier auf dieser kleinen Schäre Eisenerz abgebaut wurde. Dafür wurden Stollen unter die Ostsee getrieben. Nach dem Ende des Abbaus wurde das Gelände als militärischer Übungsplatz genutzt, auf dem Häuserkampf geübt wurde. 2005 wurde die militärische Nutzung eingestellt. Heute ist Jussarö ein sehr beliebter Ort für Wanderungen und das Erkunden der lokalen Geschichte. Die Steganlage mit Schwimmstegen ist sehr modern. Die Tiefe beträgt überall mindestens 2,5 Meter. Festgemacht wird an der östlichen Seite des langen Beton-Schwimmsteges an Heckbojen, sonst längsseits oder in den Boxen mit Auslegern. Die Liegegebühren bezahlt man im Café. An allen Stegen gibt es Strom. Die für den Schärengarten üblichen Trockentoiletten sind gut gepflegt. Es gibt auch eine schöne Sauna. Nach der Sauna ging ich noch im Meer baden. Leider war anschliessend schon die „Gemischte-Sauna-Zeit“ und alle Finnischen Familien gingen saunieren. Da war mir dann zu viel Betrieb. Morgen geht’s nach Estland!

Hafengebühren (alle Boote): EUR 35.- (Trocken-WC, Strom, Dusche, Sauna, kein WLAN)

Log: 17.87 sm

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