Grisslehamn Fiskehamn: Mo, 15. Juni 2026

Es geht heute zurück an die Schwedische Ostküste. Um 09:30 Uhr lege ich ab. Mit leichtem NE-Wind segle ich mit achterlichem Wind aus dem Fahrwasser von Mariehamn. Mit Kurs 267 Grad setze ich um 11:00 Uhr den Spi für die folgenden 30sm. Der Wind nimmt stets zu und er dreht langsam auf N. Ich wechsle auf die Genua, die ich immer mehr einrollen muss. Mit sehr gutem Speed geht’s gut vorwärts, teils zeigen die Geräte sogar über 6kn. Inzwischen ist es aber einiges kühler geworden und leichter Regen setzte ein. Ich sitze meist trocken und geschützt beim Niedergang unter der Sprayhood. Es ist kaum Verkehr und der Autopilot verrichtet beste Arbeit. Als ich mich dem Hafen nähere, dreht die Eckerö-Fähre gerade vor dem Hafen und nimmt Kurs zu Alandinseln auf. Ich habe nun freie Fahrt in den Hafen. Man liegt hier auch an Heckbojen. Ich bin heute der einzige Gastlieger. Der Hafenservice macht nicht wirklich Freude. Es gibt eine Toilette und eine Dusche. Für SEK 385.- einbisschen mager, aber es ist halt nur ein Fischerhafen. Der Fährterminal stört nicht. Im Ort gibt es mehrere Restaurants und einen ICA-Supermarkt. Der Marina-Hafen bietet bisschen mehr; dafür hat man dort eine umständlichere Zufahrt und macht einige Meilen Umweg. Bei diesem Regenwetter kommt auch dort keine Atmosphäre auf. Der Marina-Hafen ist ebenfalls menschenleer. Mit Heizung ist es im Schiff schön warm.

Hafengebühren (alle Boote): SEK 385.- (CHF 33.80), Strom (nur 12A: Kaffeekocher haut die Sicherung raus) und Wasser; WLAN von der Fähre. 

Log: 34.36 sm


 

Öregrund: Di, 17. Juni bis Fr, 19. Juni 2026

In der Nacht und am Morgen hat es stark geregnet und es war kalt. Die lief Heizung permanent. Das Schiff war um 11:00 Uhr immer noch nach. Ich beschloss trotzdem auszulaufen, denn hier ist kein gemütlicher Platz. Es ist starker Wind aus NW. Vorwind ging’s aus dem Hafen, dann eine Kreuz bis vor den Hafen Öregrund. Öregrund liegt für mich genau in Windrichtung, soll aber ein schöner Hafen sein. Öregund liegt am oberen Ende der Küstenregion Roslagen, die sich über etwa 150 Kilometer von Stockholm nach Norden erstreckt. Das Hafenstädtchen Öregrund mit rund 1.600 Einwohnern ist eine Schärenidylle mit einem geschäftigen Hafen, Buchten, Meerblick und Inseln in unmittelbarer Umgebung. Der Ort muste im Laufe seiner über 500-jährigen Geschichte einige Schicksalsschläge wegstecken: 1652 abgebrannt, 1719 von Russen geplündert – das alles sieht man heute nicht mehr. Es überwiegt die Erinnerung an die Zeit um 1885, als Leute aus Stockholm und Uppsala das Küstenstädtchen für sich entdeckten und verzierte Sommerhäuser aufstellten. Eine Weile war Öregrund der beliebteste Kurort an der schwedischen Ostküste. Es war strenges Segeln bis Öregrund. Die ersten Meilen waren noch trocken, dann Nieselregen mit schlechter Sicht und zum Schluss endlich bisschen Sonne. Unterwegs wenig Verkehr, nur ein Frachter und drei Segelboote. Zwei unter Motor und eines mit Vorwind nur mit Genua. Mit dem Reff 1 waren die 15-20kn problemlos zu segeln. Einzig die Wellen mochte der Autopilot nicht, so dass er mehrfach aus der Halterung fiel. Ich musste also mehrheitlich selber steuern. Die knapp 25sm wurden mit unzähligen Wenden in der Skärgard-Route zum Schluss doch 35sm. Nach einem schnellen Abendessen ging’s sofort müde ins Bett. Am Morgen endlich wieder einmal Sonne und Temperaturen für T-Shirt und Short. Öregrund hat einige schöne Spazierwege – vom Hafen im Zentrum bis zu den Pfaden, im Erholungsgebiet Tallparken. Wahrscheinlich bleibe ich bis am Wochenende hier. Am Freitag und Samstag ist Midsommar. Midsommar wird in Schweden jedes Jahr rund um die Sommersonnenwende (längster Tag am 21. Juni) und gehört zu den wichtigsten Traditionen des Landes. In Nordeuropa wird Midsommar mit Feuern, Musik und besonderen Speisen gefeiert. Seit dem späten Mittelalter stellen die Schweden auch eine Art Maibaum auf, den sie mit Zweigen und Blumen umwickeln und um den sie tanzen. Das möchte ich doch gerne einmal miterleben, daher bleibe ich bis Samstag. Am Donnerstag war ein ruhiger Boots- und Hafentag. Ich habe den Tackling am Spibaum geflickt und die Navigations-App Skippo heruntergeladen. Die Karten gefallen mir sehr gut und mit dem Zusatz Havenguiden erhalte ich gute Informationen zu den Häfen hier nördlich von Arholma und in Finnland. Die Kosten sind moderat (CHF 40.-). Ich spare mir nun dafür die SEK 75.- für den Strom und koche mir das Kaffeewasser in der Waschküche. Sonst brauche ich gar keinen Strom. Mit dem Solarpanel ist die Batterie stets gut geladen. Die Heizung brauche ich im Moment auch nicht mehr. Am Abend wieder Omnia-Küche auf dem Dieselherd. Am Freitag ist um 15:00 Uhr die traditionelle Midsummar-Feier beim Schifffahrtsmuseum. Mit Musik wird der Baum gestellt und getanzt. Nach 45 Minuten ist der Spuk bereits vorbei. Ich gehe noch zum Thai Essen. Die drei Tipps der Hafenmeisterin haben sich bewährt: Wanderung dem Meer entlang zum Erholungsgebiet, Midsummar-Feier und das Thai-Restaurant zum Essen. Vielen Dank! Die Hälfte der Plätze im Hafen sind immer noch nicht besetzt. Am Abend dröhnt im Hafen aus den Baren und Restaurants laute Musik; zu später Stunde sind v.a. die Teanagers unterwegs. Ab zwei Uhr ist es zum Schlafen zum Glück auch wieder ruhig.

Hafengebühren (alle Boote): SEK 300.- + Strom 75.- (CHF 33.-), kein WLAN

Log: 35.07 sm


 

Mellanfjärden: Sa, 20. Juni und S0, 21. Juni 2026

Ich bin früh wach, resp. ich konnte kaum schlafen. Dunkel wird es hier praktisch nicht mehr. Ich nutze den Südwind und lege bereits um 03:30 Uhr ab. Ziel ist es soweit wie möglich nordwärds zu kommen. Denn schon morgen soll der Wind glaub wieder auf Nord drehen. Auch die Temperaturen sind herrlich sommerlich bei über 20 Grad. Ich starte mit leichtem Wind. Sobald ich von der Küste frei bin, setze ich den Spi und mache Frühstück. Die ersten fünf Stunden habe ich den Spi oben. Bei leichtem Wind komme ich gut voran. Dann wurde der Wind stärker und drehte leicht auf West. Der Spi kommt runter und mit der Genua geht’s gemütlich und schnell weiter. Am frühen Nachmittag entschied ich mich nicht die Insel Storjungfrun anzulaufen, sondern den guten Wind zu nutzen und weiter nördlich zu segeln. Dadurch konnte ich mehr abfallen und die Genua ausbaumen. Mit Schmetterling ging’s bei nun 15kn Wind rasch voran. Am späten Nachmittag frischte der Wind noch mehr auf und war nun meist bei 20kn. Hier hatte ich die höchste Geschwindigkeit mit 9.22kn Fahrt durch’s Wasser, über Grund noch mehr. Die Meilen burzeln heute wie sonst auf einem Racer. Mein zweites Ziel Hölick passiere ich ebenfalls. Mellanfjärden soll laut Hafenbuch schöner sein und v.a. weiter. Das dies bereits 100sm sind, habe ich bei meiner spontanen Navigation nicht voll realisiert. Nach 18:00 Uhr habe ich das Grosssegel geborgen, denn die Müdigkeit der fast schlaflosen Nacht setzte ein und ich wollte einbisschen sicherer unterwegs sein. Ich war mit Volltuch bei diesen Wellen und Wind am Limit. Leider wollte es später auch der Wind gemütlicher haben und flaute bisschen ab. Das Grosssegel kommt wieder hoch; für den Spibaum war ich zu faul. Knapp vor drei Uhr bin ich bei Mellanfjärden. Die letzten acht Meilen musste ich mir aber noch verdienen: Es war plötzlich starker Gewitterwind aus NW. Für einen kurzen Moment unheimlich. Sofort habe ich die Genua eingerollt. Da der Hafen nun nur noch mit einer Kreuz zu schaffen war, habe ich den Motor gestartet. Nach 30 Minuten war der Spuk vorbei und ich hatte wieder einen schönen Anlieger mit Volltuch vor den Hafen. Die SXK-Boje in der Ankerbucht ist leider besetzt und so gehe ich doch zum Hafen und lege an Heckboje an. Nach 102sm falle ich müde ins Bett. Der Folgetag ist ein Hafentag mit langem ausschlafen und Routenplanung für die nächsten Tage. Strom gibt es leider nicht mit dem üblichen Stecker. Jetzt könnte ich den Schuko-Adapter zum Bordkabel brauchen, doch habe ich leider in Kappeln im Auto gelassen, da ich ihn bisher nie gebraucht habe – immer das gleiche. Mit meinen Steckdosenleisten und Verlängerungskabeln und einem Schuko-Adapter schaffe ich es doch noch von der nahen Säule Strom zu bekommen. Ohne Regen ging’s für den Moment, v.a. die Kühlbox brauchte mal wieder mal Abkühlung. Beim Abstecken fällt mir der Schuko-Adapter natürlich ins Wasser. Ich habe nun einfach die Erdung an einem kurzen Verlängerungskabel abgeschnitten und so geht’s bei Bedarf auch wieder, v.a. für Teewasser, wenn ich keinen Bordstrom habe. Die Schweizer Stecker sind im Ausland einfach ein Murx. Am Nachmittag legt neben mir eine schnelle Arcona 40 aus Kiel an. Sie waren bereits in Öregund am gleichen Steg. Dort haben sie am Midsommertag früh abgelegt; natürlich standesgemäss mit abdecken der schwarzen Segel, etc. Ich glaube sie waren sehr erstaunt, dass der kleine Schweizer schon vor ihnen hier ist. Sie bleiben auf jeden Fall wortkarg.

Hafengebühren: SEK 220.- (Strom extra SEK 50.-), kein WLAN, auch schwacher Handyempfang

Log: 102.26 sm


 

Lustholmen: Mo, 22. Juni 2026

Ich 

Hafengebühren: SEK 280.- (inkl. Strom, Wasser), super WLAN

Log: 53.91 sm


Botnischer Meerbusen:

– Lövgrund

– Sundsmarnäset

– Agön Storhamn

– Mellanfjärden

– Sundsvall

– Hornö Brygge

– Häggvik

– Bönhamn

– Norrfjällviken

– Docksta

– Allön/Skags

– Skagshamn

– Järnäshamn (Höga-Küste)

 – Holmsund

 – Furuögrund

 – Pitea

 – Luela

 – Törehamn (Töre, gelbe Tonne)

– Haparanda 

– Kemi (FIN)

– Oulu (FIN)

– Maakalla (FIN)

– Vaasa (FIN)

– Merikarvia (FIN)

– Uusikaupunki (FIN)

Close Menu