Etappe 1: Von der Schlei an die Schwedische Südküste
Im 2026 plane ich die Ostseerunde über Schweden, die Alandinseln, Finnland, die Baltische Staaten und Polen zu Segeln. Was aufgrund der aktuellen Weltlage im Sommer möglich ist, wird sich zeigen.
Für’s 2026 habe ich eine Mitgliedschaft im Svenska Kryssarklubben (SXK) abgeschlossen. Der Svenska Kryssarklubben ist eine 100 Jahre alte Vereinigung von Sportbootfahrern in Schweden. Er bietet Zugang zu über 240 blauen Festmacherbojen im Schwedischen Schärengarten und Rabatte (z.B. Göta Kanal). Die Bojen sind den Mitgliedern vorbehalten. Als Ausländer kann man Mitglied werden und die Bojen ebenfalls nutzen. Die Kosten pro Jahr betragen für mich SEK 960.- (SEK 575.- pro Person, SEK 100.- für’s Boot und SEK 285.- Postgebühren Ausland, Total: CHF 85.50). Hier eine Übersicht der Standorte der Bojen. Weiter werde ich noch einen neuen Bug-Anker anschaffen. Wahrscheinlich ein 10kg Bruce-Anker (M-Anker). Den jetzigen Anker nehme ich dann als Heckanker mit einer Ankerleine (Ankarolina). So sollte sicherem Ankern nichts mehr im Wege stehen.
Im Februar 2026 hatte die Ostsee so wenig Wasser wie seit 140 Jahren nicht mehr. Wochenlang hat der starke Ostwind das Meerwasser nach Westen gedrückt, hoch bis zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden. Das könnte bald auch den Meeresbewohnern richtig gut tun. Dreht der Wind könnte sauerstoffreiches Nordseewasser das tiefe Ostseebecken auffrischen. Die Ostseeinsel Hiddensee vor Rügen ist aufgrund der extremen Kälte und Treibeis weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Hiddensee ist nur noch mit dem Eisbrecher erreichbar.
Dieses Jahr starte ich meinen Törn in Kappeln. Kappeln liegt an der Schlei – im Norden Deutschlands im Bundesland Schleswig-Holstein. Die Schlei ist ein ca. 42 km langer, schmaler Meeresarm (Förde), der sich von Schleimünde bis Schleswig erstreckt. Heute ist die Schlei ein beliebtes Segelrevier. In früheren Zeiten war die Schlei ein wichtiger Handelsweg besonders für die Wikinger. Der Weg über die Schlei trug dabei wesentlich zum Warenaustausch zwischen Nord- und Ostsee bei. Später verlor die Schlei diesen Status, da die Schiffe immer grösser wurden und die Schlei dafür zu flach war. Neben dem Wassersport ist die Schlei auch heute wegen seiner malerischen Landschaft sehr beliebt. Die Schlei ist eine unglaublich schöne Gegend und für Ferien unbedingt zu empfehlen. Dort wo die Schlei in die Ostsee mündet, liegt die kleine Lotseninsel Schleimünde. Seit nun sechs Jahren ist es für mich ein spezielles Gefühl, den Leuchtturm Schleimünde zu passieren, auf die Ostsee raus zu segeln und in ein neues Abenteuer zu starten.
Kappeln und Grauhöft, 04.05. bis 07.05.2026
Am Sonntag 3. Mai bin ich in Gletterens am Neuenburgersee losgefahren. In der Mitte der Strecke erneut Halt in Fulda mit Übernachtung im Brauhaus/Hotel Wiesenmühle. Das Abendessen bei schönem Wetter im Biergarten schmeckte vorzüglich. Am Folgetag der zweite Teil der Strecke nach Kappeln. Auf der ganzen Tag hatte ich kaum Stau und es ging meist gut voran. Am Sonntag keine Lastwagen und irgendwie fahren die meisten weniger schnell; was wahrscheinlich an den hohen Spritpreisen wegen dem Irankrieg liegt. Zum Glück bin ich nicht eine Woche später gefahren, hier wird in Hamburg der Elbtunnel für Wartungsarbeiten gesperrt und es ist in Hamburg Hafengeburtstag, so dass der Raum Hamburg grossräumig umfahren werden soll. Bei sommerlichem Wetter erreichte ich um 14:45 Uhr Kappeln an der Schlei. Kappeln besitzt bei diesem schönen Wetter maritimes Flair. In Kappeln gibt es mehrere Sportboothäfen. Die im Stadthafen ankommenden Segler „stolpern“ fast vom Boot in eines der vielen kleinen Cafés und Restaurants der Stadt. Es gibt auch einen Museumshafen mit über 30 alten Traditionsseglern. Ich starte im ruhigen Grauhöft. Grauhöft ist ein kleiner Hafen mit Werftbetrieb. Hier werden die schönen hölzernen Scalar-Yachten gebaut. In Kappeln gibt es diverse Sehenswürdigkeiten, so z.B. den einzigen Heringszaun Europas, den Museumshafen oder die Holländermühle „Amanda“. Dies alles habe ich schon gesehen, so geht’s für mich umgehend an die Arbeit und bis am Abend ist das Boot bereits abgedeckt, die Batterien angeschlossen und erste Sachen sind ins Boot eingeräumt. Das Boot hat den Winter im freien tadellos überstanden. Vielen Dank an B. Strüven, der nach dem Boot geschaut hat. Müde ging’s am Abend im Hotel Südspeicher in Kappeln ins Bett. Eine schöne Unterkunft direkt an der Schlei, nicht ganz günstig und leider kein Frühstück inklusive (plus EUR 19.-). Ein teurer guter Schlaf, aber nach der langen Reise wichtig. Kostengünstiges Frühstück gab’s am Morgen bei der Bäckerei Knaack im EDEKA. Am Dienstag dann v.a. Unterwasser streichen, Anode am Saildrive auswechseln. Dann schon die erste Nacht auf dem Boot an Land. Es ist eine kalte Nacht, aber ich schlafe wie ein Stein. Für Mittwoch habe ich bei Henningsen & Steckmest in Grauhöft um 11:30 Uhr einen Krantermin bekommen. Die Yacht- und Bootswerft Henningsen & Steckmest ist seit 1958 bekannt für den erstklassigen Yachtbau und das komplette Dienstleistungsangebot bestehend aus über 3.000 qm Hallenwinterlager, Reparaturservice und dem idyllisch gelegenen werfteigenen Yachthafen mit 150 Liegeplätzen. Bis am Abend steht der Mast und der Trailer ist wieder auf dem Winterlagerplatz. Es hat alles wunderbar geklappt und das Team von Steckmest war sehr nett und kompetent. Zuerst gab der Motor beim Kran eine Fehlermeldung, obwohl Strom drauf war und das Kühlwasser rauskam piepte eine Fehlermeldung laut. Nachdem das Gas bisschen durchgedrückt wurde, war die Fehlermeldung auch schon wieder weg und so war ich nach dem Mittag beim Mastkran. Der Motor läuft nun tadellos. Im. Hafen Grauhöft ist grad Hochbetrieb und es wird ein Boot nach dem anderen eingewassert. Meist natürlich schöne holzige Scalar-Yachten. Das Wetter ist perfekt für Bootsarbeiten und schon bald stehen hier Brückentage über Auffahrt an und da wollen alle im Wasser sein. Am Donnerstag schlage ich die Segel an, mache einen Grosseinkauf mit Lebensmitteln. Bis am Abend ist das Boot fast abfahrbereit. Am Folgetag am Morgen noch letzte Arbeiten und Besorgungen (Dieselschutz, Logbuch, etc.) und umparkieren des Autos. Mit dem Fahrrad ging’s zurück zum Boot im Hafen.
Hafengebühren (8m): EUR 220.- für Ein- und Auswassern, zwei Übernachtungen und vier Duschmarken.
Log: 00.00 sm
Maasholm, 08.05. bis 09.05.2026
Am Mittag bei Ostwind und schönstem Wetter eine kurze Fahrt nach Maasholm. Es blieb grad Zeit das Gross zu setzen, die Reffleinen zu prüfen und vor dem Hafen eine kurze Vorwindfahrt zu machen um die Rollgenua zu testen. Auch alle Geräte (Funk, AIS, Plotter, Lichter) funktionieren; so kann der Törn 2026 nun starten. Am Samstag, 9. Mai war am Morgen starker Ostwind. Ich entschied mich einen weiteren Tag in Maasholm zu bleiben. 2021 war die Ausfahrt bei starkem Ostwind mit steilen Wellen recht heftig. Auch liegt mein Ziel (wahrscheinlich Bagenkop, DK) direkt im Wind und eine solche Kreuz wollte ich mir am ersten Tag nicht antun. Das Boot und ich sind noch nicht 100 Prozent bereit. So blieb noch Zeit um den Mast zu trimmen und die Druckwasserpumpe in Gang zu bekommen. Bei der Pumpe war einzig ein Entlüften nötig. Im Herbst hatte ich alle Leitungen abgeschraubt, so dass nichts gefrieren kann. Ich musste einfach beim Wasserausgang an der Pumpe bisschen ansaugen, bis das Wasser kam und dann die ganze Sauerei putzen. Laufendes Wasser aus dem Hahnen ist schon ein Luxus. Vor ein paar Tagen in einem Radiointerview sagte Jacqueline Badran, eine Politikerin, dass Sie seit ihrer Jugend beim Zähneputzen „Danke“ sage, dass Sie fliessendes Wasser habe. Das kann ich bestätigen. Die Wanten/Spanner sind auch immer eine Herausforderung, einfach zu kurz alles. Das muss ich im Herbst ändern. Die nächsten Tage soll das Wetter wechselhaft sein – auch wieder kühlere Temperaturen. Hauptsache der Wind dreht mal auf West, so dass ich einfacher nach Osten komme.
Hafengebühren (8m): EUR 20.- (exkl. Hafenkarte)
Log: 1.80 sm
Bagenkop, 10. Mai 2026
Am Morgen in Maasholm kompletter Ententeich. Auch die Windprognose für den heutigen Tag ist nicht sehr vielversprechend; für die ganze nächste Woche leider auch nicht wirklich. Ich stellte mich schon auf einen Hafentag ein. Doch gegen Mittag plötzlich eine schöne Brise über der Schlei aus NW. Erste Boote segeln schön in Richtung Schleimünde. Ich verstaue schnell alles an Bord und lege ab. Um 12:00 Uhr bin ich schon beim Leuchtturm Schleimünde. Mit herrlichem Champagner-Segel-Wetter geht’s die 22sm Richtung Bagenkop (DK). Zuerst Halbwind (NW), dann kurz Amwind (N) und zum Schluss Vorwind (W). Meist war ich mit 5kn flott unterwegs. Auf den letzten Meilen begleitete mich mehrere Minuten ein Schweinswal; unterwegs habe ich es mir noch gewünscht einen zu sehen. Einfach wunderschön – wenn nicht der Mensch alles kaputt machen würde. Kurz vor Bagenkop nahm der Wind ab. Mit Geduld schaffte ich es unter Segeln doch noch bis vor den Hafen. Im Hafen viele freie Plätze, es sind noch nicht viele Segler unterwegs. Zum Abendessen ein Plättli mit Schweizer Wurst und Käse und Anlegerbier. Die Hektik der letzten Tage fällt langsam ab. Auch das Segeln funktioniert noch recht vertraut. Ich bin zurück in meiner Welt und freue mich auf viele neue Erlebnisse.
Hafengebühren (8m): DKK 210 (inkl. alles, kein WLAN, CHF 26.60)
Log: 20.81 sm (kurz lief das Log nicht mit).
Dybvig Fejø: Mo, 11. Mai 2026
Nach 09:00 Uhr habe ich in Bagenkop abgelegt. Mit NW-Wind ging’s schnell zum Kap Dovns Klingt von Langeland. Dann eine Kreuz mit zunehmendem Wind und teils Strömung gegen an am Kap. Fast entschied ich mich weiter in Richtung SE nach Gedser weiter zu segeln. Nach ein paar Schlägen schien es mir möglich bis zum Smalandsfahrwasser hoch zu kreuzen. Schon bald hat der Regen eingesetzt und dies bis zum Anlagen auf Fejø, mal weniger mal stark. Der Wind hat stetig zugenommen (ca. 20kn), so dass Reff 1 im Grosssegel und eine gerollte Genua nötig wurden. Im Norden von Lolland ging’s dann mit Vorwind nach Fejø. Hier habe ich das Grosssegel geborgen und bin nur noch unter Genua weiter, auch so noch mit teils über 5kn Speed. Die lange Kreuz hat zugesetzt, meist habe ich von Hand gesteuert, v.a. weil die Batterie nicht geladen hatte und der Batteriestand tief war. Im Hafen stellte ich dann fest, dass das Ladegerät gar nicht angeschlossen war. So hat die Batterie bisher nur über die Lichtmaschine des Motors geladen. Es war nur das Solarpanel an der Verbraucherbatterie angeschlossen. In Fejø nach der Ankunft um 18:30 Uhr noch ein spätes warmes Znacht und ab ins Bett. Der Hafen ist leer, es liegt nur noch ein weiteres Deutsches Boot im Hafen.
Hafengebühren (8m): DKK 231.- (inkl. alles, kein WLAN, CHF 29.30)
Log: 43.9 sm
Kalvehave: Di, 12. Mai und Mi, 13. Mai 2026
Heute immer noch schöner NW-Wind und trockenes bedecktes Wetter. Es wurde nichts aus einem Ruhetag und einer Erkundung der Insel. 2024 war ich mit meinem Vater schon einmal hier; da war grad Hafenfest. Ich nutzte den guten Wind um Strecke nach Osten zu machen. Erstmals ging’s für mich südlich von Femø durch. Im Smalandsfahrwasser gibt’s zahlreiche Flachs und man muss stets sorgfätig navigieren. Mit Vor- und Raumwind segelte ich nur unter Genua bis nach Kalvehave. Es war teils kühl; der kalte Wind blies stets von hinten ins Schiff. Da war der Vortag fast angenehmer, wo man sich hinter der Sprayhood verstecken konnte. Auf bekannter Strecke waren die vier Brücken zu passieren. Es waren nur etwa drei Segler unter Motor unterwegs – wirklich noch nicht viel los in dieser Jahreszeit. Um 16:30 Uhr erreichte ich den Hafen und legte in einer Box an. Für’s Abendessen wurde der Omnia eingeheizt. Der nächste Tag wird ein Hafentag. Am Morgen ist es grau, nass und windstill. Ein paar Pendenzen stehen noch an. Anschliessend dann hoffentlich der Absprung nach Schweden mit W-Wind.
Hafengebühren (bis 10m): DKK 430.- (2 Nächte + 1 Nacht kostenlos, CHF 54.50)
Log: 25.6 sm
Gislövs Hamn bei Trelleborg (SWE): Do, 14. Mai 2026
Um 06:20 Uhr habe ich abgelegt. Zuerst ging’s mit achterlichen Winden durch das betonnte enge Fahrwasser. Am Ende des Fahrwassers habe ich mit Wind von Westen (6kn) den Spi gesetzt (09:20 Uhr). Mit Vorwind ging’s auf direktem Kurs Richtung Schweden. Gegen Mittag flaute der Wind ab. Es brauchte etwas Geduld. Anschliessend drehte der Wind mehr Richtung SW und schon bald frischte er bis auf 13kn auf. Um 15:00 Uhr war es vom Kurs her, aufgrund des zunehmenden Windes und dem Fährverkehr vor Trelleborg Zeit den Spi zu bergen. Mit Genua ging es räumlich fast gleich schnell voran. Um 17:20 Uhr habe ich nach 45.5 sm den Yachthafen von Trelleborg erreicht. Der Hafen ist keine Schönheit und es geht schnell ins Bett.
Hafengebühren (bis 12m): SEK 229.25 (inkl. Wert für Strom und 1 Dusche, CHF 19.95)
Log: 45.5 sm
Kåseberga: Fr, 15. Mai 2026
Um 09:00 Uhr lege ich bei schönem Wetter in Gislövs Hamn ab. Mit leichtem SE-Wind (5kn) und einem Amwindkurs geht’s ostwärts Richtung Ystad. Um 14:00 Uhr habe ich Ystad querab. Hier habe mich kurz umentschlossen und bin ein Hafen weiter nach Kåseberga. Ystad kenne ich bereits. Bis fast vor den Hafen Kåseberga ging’s weiter gut voran; ich musste nur ein paar Grad anluven. Vor Kåseberga flaute der Wind für die letzte Meile komplett ab. Unter Motor ging’s zum Hafen. Es hat sich gelohnt in Kåseberga anzulegen. Ein ruhiger Hafen mit Fischrestaurants und Fischräucherei, Eisdielen und guten Sanitäranlagen. Oben auf einer Anhöhe befindet sich das Monument Ales stenar (Steine von Ale). Es gehört zu den rätselhaftesten Sehenswürdigkeiten Schwedens. Ales Stenar besteht aus insgesamt 59 senkrecht in Form eines Schiffsrumpfes aufgestellten Steinen. Gemessen an den sonst üblichen Schiffssetzungen in Schweden, die recht häufig vorkommen, hat Ales Stenar mit einer Länge von 67 Metern und einer Breite von 19 Metern gewaltige Ausmasse. Die beiden Steine, die Bug und Heck darstellen, sind etwa je drei Meter hoch und haben etwa die doppelte Höhe der restlichen Steine. Das Gewicht der einzelnen Steine liegt zwischen 500 und 1.800 kg. Nach den letzten archäologischen Untersuchungen im Jahre 1997 wird die Entstehung der Anlage auf die Zeit um 600 datiert. Nach streng wissenschaftlichen Massstäben ist die Bedeutung von Steinsetzungen in Schweden bis heute nicht zweifelsfrei bewiesen. Obwohl man nicht in jeder der bisher untersuchten Anlagen menschliche Überreste gefunden hat, geht man davon aus, dass es sich auch bei der Schiffssetzung Ales Stenar grundsätzlich um eine Grabstätte handelt. Von hier oben hat man einen herrlichen Weitblick und man kann chöne Sonnenuntergänge erleben.
Hafengebühren (alle Boote): SEK 160.- (inkl. Strom und Wasser; SEK 10 für 1 Dusche, CHF 14.75)
Log: 28.70 sm
Hammerhavn auf Bornholm (DK): Sa, 16. Mai 2026
Um 08:30 Uhr habe ich abgelegt. Mit zunehmendem SW-Wind gehts mit Raumwindkurs Richtung Bornholm. Bornholm gehört zu Dänemark. Heute wieder bestes Segelwetter. Um 13:30 Uhr bin ich bereits in Hammerhavn. Hier ein geschütztes Anlegen hinter der hohen Hafenmohle. In der Hafeneinfahrt hatte es bisschen Swell vom SW-Wind. Über dem Hafen thront die Burgruine der Mittelalterfestung Hammershus. Sie ist die grösste Burgruine Nordeuropas. Mächtige Mauern, Wehrtürme und die Lage auf den Klippen machten die Festung einst schwer einnehmbar. Heute ist ein Rundgang durch die Ruinen eine kleine Zeitreise. Bei sommerlichem Wetter war es ein toller Spaziergang mit Weitblick entlang der Küste Bornholm. Direkt bei der Burgruine Hammershus liegen zwei schöne Seen in einer Granitlandschaft: Der Hammersø (größter See Bornholms, 700m lang) und der Opalsee (ehemaliger Granitsteinbruch mit steilen Wänden). Nach dem längeren Spaziergang gab es noch Pasta aus der Bordküche.
Hafengebühren (7-10m): SEK 273.- (inkl. Strom und Wasser, CHF 34.50)
Log: 22.60 sm
Christiansø (Erbseninseln bei Bornholm, DK): So, 17. Mai 2026
Kurz nach 09:00 Uhr ging’s bei nachlassendem SW-Wind los Richtung Erbseninseln. Bei der Ausfahrt waren es noch 11kn, zum Schluss Null. Der Leuchtturm Hammerodde Fyr an der Nordspitze von Bornholm ist noch schnell passiert. Weiter ging’s mit Vorwindkurs. Es sollte eine kurze Fahrt werden, doch der Wind schlief ein. Die letzte Stunde war der Wind leider komplett weg, so kam der Motor nach längerem Tümpeln noch zum Einsatz. Im Südhafen hat längsseits noch die Fähre angelegt. Auf der gegenüberliegenden Seite lagen drei grosse polnische Schul- oder Partyoote im Päcklein. So blieben nur Heckbojen. Im vorderen Teil des Hafens war es bei den Heckbojen wenig tief (Steine). Das musste ich sanft feststellen. Ich nahm dann eine Heckboje vorne bei der Hafeneinfahrt. Leider gibt’s hier keinen Strom. Die Polen, ein Däne und die Fähre verliessen die Insel am Nachmittag noch. So hätte ich mich eigentlich noch umlegen können. Gegen Abend kamen dann noch mehrere neue Boote. Christiansø hat ca. 100 Einwohner. Es ist eine Gesellschaft mit Gastwirtschaft, Kirche, Polizei, Schule, Kaufmann mit Bäckerei, Post, Museum, Galerien, Versammlungshaus und Campingplatz. Christiansø ist von der Natur her sehr schön, es hat mir aber bisschen zu viele alte Kanonen und Kasernen.
Hafengebühren (alle Boote): DKK 220.- (inkl. Strom, wenn es Säulen hat, CHF 27.85)
Log: 15.63 sm
Insel Utklippan (SWE): Mo, 18. Mai und Di, 19. Mai 2026
Bereits kurz vor 05:00 Uhr habe ich an der Heckboje abgelegt. Der Wind war mit 9kn und aus SE perfekt um mit Amwind nach Utklippan zu Segeln. Zwischenzeitlich frischte er sogar noch auf über 10kn auf. Immer mit wenig Welle. Mit 5-6kn Speed kann ich mein Ziel früher als erwartet erreichen. Bis 09:00 Uhr war es sehr kühl, so dass ich die meiste Zeit unter Deck verbrachte, meist zugedeckt mit einer Decke. Alle paar Minuten an Deck ein Kontrollblick, da schon bald die Grossschifffahrt gekreuzt werden muss. Auch heute flaute der Wind kurz vor dem Ziel wieder ab. Mit dem letzten Hauch ging’s unter Segel bis vor den Hafen. Um 14:30 Uhr habe ich festgemacht. Im Hafen war erst ein Boot. Ich konnte mich längsseits vor das „Hafengebäude (Clubhaus)“ legen. Hier gibt’s sogar Strom. Heute habe ich mal Glück und habe den privilegierten Platz geschnappt. Utklippan – ein wahrer Schatz in den Karlskrona Schären. Utklippan besteht aus einer Gruppe von Inseln: der Nord-Inseln und der Süd-Insel. Das Hafenbecken ist auf der Nordinsel. Der Hafen hat zwei Einfahrten, sodass man ihn je nach Windrichtung immer im Lee anlaufen kann. Der Hafen wurde ursprünglich für die Fischer angelegt, um ihnen bei schlechtem Wetter einen sicheren Unterschlupf zur Verfügung zu stellen. Heute machen hier nur noch Yachten fest. Viele lieben diesen einsamen Ort mit dem weithin sichtbaren knallroten Leuchtturm. Kargheit, Entschleunigung und Natur pur. Mit der Fahrt nach Christiansø und dem heutigen Winddreher von SW auf SE habe ich die Hanö-Bucht in einem Schlag passiert. So blieben viele schöne Orte auf der Strecke: Skillinge, Simrishamn, Ahus, Hällevik, Hanö, Tjärö, Arpö, Karlskrona oder Stenshamn. Der nächste Halt wird wahrscheinlich Kalmar. Seit Kappeln konnte ich nicht mehr einkaufen, so gehen meine Vorräte an frischen Sachen langsam zu Neige. Der Dienstag ist ein Hafentag. Wenig Wind und Arbeit am Boot (Wasserpumpe immer noch nicht dicht und Klemme für die Batterie) und Büro: Sogar auf einer einsamen Insel das Bearbeiten von Steuern von daheim.
Hafengebühren (alle Boote): SEK 196.95 (inkl. Strom, CHF 17.10)
Log: 42.20 sm


























































