Von Klaipeda kommt der grosse Absprung nach Westen. Bevorzugt nach Polen oder auf die dänische Insel Bornholm (Nexø, Listed). Eine weitere Möglichkeit wäre noch Schweden mit den Inseln Gotland oder Öland. Ich möchte aber vorwärts in Richtung Deutschland kommen. Über das Wochenende waren im Baltikum Sturmwinde und Starkregen. Es wurde sogar in den Schweizer Nachrichten darüber berichtet. Nach Wladyslawowo in Polen sind es knapp 150sm. Daher brauche ich für mindestens 2-3 Tage gutes Wetter und Wind. Das militärische Sperrgebiet 117 von Kaliningrad muss ich umfahren. Das sind viele extra Meilen. Alle polnischen Segelboote haben mir das empfohlen und so sollte es auch keine Probleme mit dem russischen Militär geben.
Swinemünde (Świnoujście, Polen): Do, 27. und Fr, 28. August 2026
Am Montagmorgen nehme ich in Klaipeda im Schlosshafen die Brückenöffnung um 08:00 Uhr. Beim Ablegen im Hafen schönes Wetter; es schaut vielversprechend aus. Bereits im Hafen habe ich mich per Funk bei der Coast Guard abgemledet (VHF 73, Rufzeichen Impuls 3). Es ist eine kurze Sache mit Angabe von Schiffsnamen, Anzahl Personen und Zielhafen. Die ersten zwei Meilen geht’s unter Motor aus dem Handelshafen. Es läuft gerade die Fähre «Schleswig-Holstein» aus Kiel kommend ein. Im Hafen setze ich das gereffte Grosssegel. Bei der Ausfahrt ist der Himmel schwarz und vom Meer kommen Regen und Gewitter auf mich zu. Sobald die nächste ankommende Fähre vorbei ist, mache ich meinen ersten Schlag in Richtung Westen und hoffe so dem schlechten Wetter einbisschen zu entkommen. Nach wenigen Meilen trifft mich der Starkregen doch. Zuerst mit starkem Wind und anschliessend mit Flaute. Während der Flaute motore ich kurz, so dass die Segel nicht in den Wellen schlagen. Der Wind ist bald zurück und das schlechte Wetter hinter mir. Es wird eine lange Kreuz, da die Spitze des Russischen Sperrgebietes genau im Wind liegt. Am Morgen um 08:00 Uhr bin ich bei der Spitze des Sperrgebietes angelangt. Entlang des Sperrgebietes sehe ich von weitem patroulierende Kriegsschiffe, natürlich ohne AIS. Auch hier fällt mein Plotter und das AIS mehrfach aus. Nach einer kurzen Unterbrechung kommt der Plotter wieder zurück. Im Ostseeraum kommt es durch die Russen immer wieder zu Störungen der GPS-Navigation. Beim GPS-Jamming (Blockierung) übertönt ein starkes Störsignal die GPS-Frequenz. Der Empfänger verliert die Verbindung und es zeigt ein „kein Signal“-Fehler an. Beim GPS-Spoofing (Täuschung) strahlt der Sender gefälschte Koordinaten aus. Das Navigationsgerät glaubt, sich an einem völlig anderen Ort zu befinden. Das ist gefährlicher, da die Manipulation oft nicht sofort bemerkt wird. Am Dienstag geht es mit einem gemütlichem Amwindkurs in Richtung Polen. Später kommt dann der gewünschte achterliche Winddreher. Ich beschliesse daher Wladyslawowo nicht anzulaufen und den achterlichen Wind zu nutzen und Weg in Richtung Westen zu machen. Ich gehe mit ausgebaumter Schmetterling-Besegelung in eine zweite Nacht. Ich möchte die polnischen Ostseehäfen (Wladyslowo, Leba, Ustka, Darlowo, Kolberg) möglichst auslassen. Erstens sind die Einfahrten häufig lang und je nach Wind auch ungemütlich. Zweitens gibt es teils auch Brücken mit Brückenöffnungszeiten, die zu beachten sind. Drittens gibt es in Ufernähe weitere militärische Sperrgebiete und Windparks die man weit umfahren muss. Mein neues Ziel ist mit einer dritten Nacht Swinemünde. Am Abend und in der Nacht habe ich mit starkem Ostwind (17-23kn) viel Weg gutgemacht. Da der Autopilot Mühe mit den grossen Wellen hatte, musste ich fast die ganze Nacht an Deck sein. Die Nacht war kalt und lang. Ich habe alle Jacken an die ich habe. Auch der Morgen ist noch kühl. Der Wind hat aber nachgelassen und so komme ich die letzten Meilen noch gemütlich nach Swinemünde. Bei der Einfahrt in den Handelshafen steht das Wahrzeichen von Swinemünde, die windmühlenförmige Mühlenbake. Weiter geht’s zwei Meilen den Fluss Swine hinauf zur Marina Swinemünde. Um 10:00 Uhr bin ich am Donnerstag nach 288sm in der Marina Swinemünde in einer Box fest. Die Hafengebühren bezahle ich zweimal bei äusserst unmotivierten und unfreundlichen Hafenmeistern. Die Spannweite zwischen freundlichen und unfreundlichen Kontakten empfinde ich hier in Polen am grössten. Die Polnischen Segler, die ich unterwegs getroffen habe, waren immer äusserst nett. Es gibt für Yachten auch noch den kleineren Yachthafen „Vier Winde“. Ich hatte nach der langen Fahrt aber keine Lust auf enge Hafenmanöver; der Hafen „Vier Winde“ ist bestimmt idyllischer. Es ist ein heisser Sommertag. Nach einer Dusche und nachgeholtem Schlaf gehe ich auf ein Abendessen in ein polnisches Restaurant in die Stadt. Auch mein altes Handy konnte ich reparieren lassen und endlich habe ich eine neue passende Hülle dazu gefunden. Am Freitag bleibe ich in Swinemünde. Es sind erneut starke Winde mit Gewitter vorausgesagt. Kein Wunder bei der Hitze von gestern. Es bleibt aber schön. Ich erkunde weiter die Stadt und mache es mir mit Kaffee und Kuchen und einem Abendessen beim Chinesen gemütlich. Swinemünde ist eine lebendige Hafen- und Kurstadt auf den Inseln Usedom und Wollin. Am Abend plane ich die Weiterfahrt. Eigentlich wollte ich die Kaiserfahrt machen. Die Kaiserfahrt (Kanał Piastowski oder Piastenkanal) ist ein künstlich angelegter, schiffbarer Kanal von Swinemünde ins Stettiner Haff. Der Durchstich wurde am 20. August 1880 eröffnet, um Seeschiffen eine direkte, tiefe und sichere Fahrrinne zur Metropole Stettin zu ermöglichen. Weiter könnte ich dann über das kleine Haff und den Peenestrom zum Greifswalder Bodden kommen. Die Fahrwasser sind hier eng und mit der Zechenriner und der Peenebrücke Wolgast sind Brückenöffnungszeiten zu beachten. Langes Motoren ist auch nicht mein Ding. Landschaftlich wäre es sicher super gewesen. Ich mache es dann mal im Pensionsalter mit einem Motorboot. Ausschlaggebend für das Segeln auf der Ostseeseite war aber der gute Wind. Mit Südwestwind habe ich Aussen rum einen perfekten Kurs um nach Deutschland zu kommen. Auf einem Halbwindkurs kann ich perfekt mit ablandigem Wind der Küste entlang segeln.
Hafengebühren (8m Boot): PLN 139.- (WC, 1x Dusche, Wasser, Strom 2kW, WLAN). Dusche und Strom muss man dazu buchen.
Log: 288.00 sm
Lauterbach auf der Insel Rügen (Deutschland): Sa, 29. August bis Di, 1. September 2026
Um 08:00 Uhr lege ich in Swinemünde ab. Bereits im Hafen setze ich das Grosssegel. Der Motor ist nur noch auf Stand-by und mit achterlichem Wind geht’s raus aus dem Fahrwasser des Handels- und Industriehafens auf die Ostsee. Mit einem Kurs von 310 Grad komme ich schön der Küste entlang. Das Grosssegel habe ich im ersten Reff. Der Wind kommt ablandig und böig, meist zwischen 15-25 Knoten. Ich mache mehr Tempo als erwartet und so ändere ich schon schnell meinen Plan anstatt nach Kröslin weiter nach Lauterbach auf Rügen zu segeln. Hier kann ich den Kurs beibehalten. Mit einem Speed von meist über 6kn bin ich schnell im weiteren Lauterbach. Nördlich der kleinen Insel Ruden, querte ich ein Flach auf dem Kurs des «navigable waterway». Häufig war nicht mehr viel Wasser unter dem Kiel, aber mit meinem geringen Tiefgang ging’s gut. Mit mehr Tiefgang sollte man es lassen. Ich hatte meine Augen permanent auf dem Tiefenmesser und dem Kompass. Auch habe ich bisschen Tempo rausgenommen, so dass ein Auflaufen auf der Sandbank nicht so hart ausgefallen wäre. Ich war froh, als ich durch war. Ich habe mir so aber einiges an Weg durch die betonnten Fahrwasser (Landtief und Osttief) gespart. Mit SW-Wind ist der Wasserstand auch noch tiefer. Jetzt bin ich wieder in einem mir bekannten Revier. 2023 segelte ich bereits mit meinem Vater rund Rügen. Auf Steuerbord passierte ich Zickersee, Gager und die Halbinsel Mönchgut. Vor dem Hafen Lauterbach liegt die Insel Vilm. Ich passiere die Insel im Westen, so dass ich mit achterlichem Wind zum Hafen laufen kann. Die Insel ist ein Biosphärenreservat mit uralten Eichen und Buchen, seltenen Pflanzen und 65 Vogelarten, die hier nisten. Z.B. auch der seltene Seeadler. Um 15:30 Uhr bin ich Lauterbach in einer sehr grossen Box fest. Zur Abwechslung wieder mal Pfähle zum Festmachen. In dieser grossen Im-Jaich-Marina findet man bestimmt immer einen Platz. Am Abend ist auf der Wiese beim Stadthafen gemütliches «Mondscheinpicknick» mit Musik und einigen Verkaufsständen. Für mich gibt’s Thüringer Wurst und Soljanka-Suppe. Lauterbach ist der Hafen von Putbus. Am Sonntag schaue ich mir Putbus an. Ich spaziere die 2.2km nach Putbus. Erst der Strasse entlang dann durch den Schlosspark. Das Schloss der Fürsten von Putbus im grossen Park gibt es nicht mehr. Es wurde im zweiten Weltkrieg leider weggebomt. Putbus die jüngste planmässig angelegte Residenzstadt Deutschlands. 1810 ließ Fürst Wilhelm Malte zu Putbus die Stadt rund um sein Schloss auf dem Reissbrett planen und begann mit den umfangreichen Baumassnahmen. Ganz im Stile des Klassizismus errichtet, erstrahlen die schönen Bauten heute noch in strahlendem weiss. Aus dem Park ist man plötzlich in einem blendend weissen Städtchen aus dem 19. Jahrhundert mit einer Ringstrasse «Circus», einem Theater und einem Rathaus. Vom Bahnhof Putbus nehme ich zurück nach Lauterbach den «Rasenden Roland». Eine historische Schmalspurbahn. Auf dem Cabriolet-Waagen der Dampfbahn bin ich schnell zurück in Lauterbach Mohle. Die Bahn fährt jeweils in einer Stunde von Lauterbach Mohle 24km nach Gören an der Ostsee und retour. Im Hafen Lauterbach gab’s ganz Norddeutsch noch Fischbrötchen und Eis. Auf dem Räucherschiff „BERTA“ im alten Hafen gibt es im engen Steuerhaus Räucherware und Fischbrötchen. Der Sonntag ist ein windiger Tag, teils auch mit leichtem Schauer. Am Abend mal wieder gemütlich Omnia-Küche an Bord. Der Wind rüttelt das Schiff mit 25kn durch. Ich liege gut geschützt im Lee des Steges. Für Montag sind weiter Gewitter vorausgesagt. Ich bleibe erneut im Hafen. Am Nachmittag ist grosser Putztag und ich putze das Teakdeck. Es wäre ein ordentlicher Segeltag gewesen. Die Voraussage hat überhaupt nicht gestimmt. Die Gewitter mit Hagel kommen erst am Abend und putzen noch den letzten Dreck vom Deck weg. Der Wind bläst die nächsten Tagen stark aus West. Genau meine Richtung. Ich werde es nun gemütlich nehmen und das Leben an Bord noch bisschen geniessen. Die 150sm nach Kappeln sind bei guten Bedingungen schnell ersegelt. So bleibe ich auch am Dienstag in Lauterbach. Ich spaziere noch zum Badehaus Hotel Goren. In der Werft Bootsbau Rügen wurden die bekannten Deckssalonyachten vom Typ Vilm gebaut. Der Betrieb ist glaub geschlossen, da die Werft 2024 leider Insolvenz angemeldet hat.
Hafengebühren (bis 8m Boot): EUR 18.- (WC und WLAN. Strom, Wasser und Dusche extra mit Karte)
Log: 37.71 sm
Stralsund: Mi, 2. September bis So, 6. September 2026
Mein nächstes Ziel ist Stralsund. Stralsund ist eine historische Hansestadt und gilt als das „Tor zur Insel Rügen“. Am Mittwoch ist ein guter Segeltag mit Westwind zwischen 10-15kn. Um 08:00 Uhr lege ich in Lauterbach ab und kreuze in Richtung Strelasund. Wetter und Wind sind ideal. Ich komme sehr gut voran und mit einem Reff im Gross ist es heute gemütliches Segeln. Um 13:30 bin ich bei der Ziegelgrabenbrücke vor Stralsund. Die alte Zugbrücke ist 133 m lang und verbindet das Festland mit der Insel Dähnholm. Sie besteht aus drei Teilen: Zwei feste Brücken und dem klappbaren Mittelteil. Die Stahlkonstruktion des Mittelteils wird täglich zu festgelegten Zeiten für den Strassen- und Schienenverkehr gesperrt. Das Heben der Brückenteile ermöglicht der Schifffahrt das Passieren des Rügendamms. Die Öffnung erfolgt täglich jeweils um 2:30 Uhr (Bedarfsöffnung), 5:20 Uhr, 8:20 Uhr, 12:20 Uhr, 15:20 Uhr, 17:20 Uhr und 21:30 Uhr für 20 Minuten. Die Öffnung um 12:20 Uhr habe ich somit deutlich verpasst und ich musste auf die nächste Öffnung um 15:20 Uhr warten. Bis zur Öffnung sind viele Boote vor Ort. Die meisten Boote sind grossen Hanse Yachten oder Bavarias; wahrscheinlich Charterboote. Einige haben sich zum warten an die Pfähle oder an die Poller bei der Volkswerft Stralsund gelegt. Ich segle mit stark eingerollter Genua bisschen umher. Es ist sommerlich warm. Nach der Öffnung motore ich zur Citymarina in Stralsund. Diese liegt sehr zentral. Am dritten Steg finde ich einen freien Steg. Der Steg gehört dem „Stralsunder Seglerverein HANSA e.V.“ Für den Service bekomme ich die Karte mit Guthaben und Depot bei der Citymarina. Für das Abendessen gehe ich ins Brauhaus „Dolden Mädel„. Hier hat man von der Terrasse einen schönen Blick auf die Kanalhäfen von Stralsund (Stralsund Hafenkanäle). Hier gibt’s Liegeplätze direkt in der historischen Altstadt mit„Grachten-Flair“. Sie werden vom Hafenamt Stralsund verwaltet und bestehen aus dem Querkanal, dem Langenkanal und dem Fährkanal. Auch die Mittwochs-Regatta vom Seglerverein kann man schön beobachten. Der abendliche durch das beleuchtete Stralsund ist toll. Für die nächsten Tage ist Starkwind vorausgesagt. Nicht so schlimm; in Stralsund gibt es einiges zu sehen. Das Ozeaneum habe ich bereits 2023 besichtigt. Es ist ein modernes Naturkundemuseum direkt an der Hafeninsel. Zu den Highlights zählen hier das 2,6-Millionen-Liter-Becken „offener Atlantik“ und die lebensgrossen Wal-Modelle. Auf der Dachterrasse gibt es eine Pinguinanlage mit tollem Ausblick über die Stadt. Noch nicht besucht habe ich das Meeresmuseum. Es beherbergt unter anderem Deutschlands grösstes Meeresschildkrötenbecken. Auch noch nicht gesehen habe ich die Gorch Fock I. Das historische, dreimastige Segelschulschiff aus dem Jahr 1933 liegt fest vertäut an der Fährbrücke im Hafen. 2023 war es leider gerade in Revision. Auch in der historischen UNESCO-Altstadt gibt es einiges zu sehen. Das lebendige Zentrum am alten Markt der Altstadt ist umgeben von beeindruckenden gotischen Gebäuden. Hier steht das berühmte Stralsunder Rathaus mit seiner filigranen Fassade sowie das geschichtsträchtige Wulflamhaus. Die Marienkirche ist eine gewaltige Backsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert. Ihr 104 Meter hoher Glockenturm prägt die Stadtsilhouette. Bis zur Aussichtsplattform auf 90 Meter sind es 366 Stufen. Am Donnerstag war das Wetter windig und bewölkt. Die Aussicht über Stralsund und den Strelasund war von hier oben trotzdem gewaltig. Die Turmbesteigung kostet EUR 5.-. Auch die beiden Stadttore Kniepertor und Kütertor gehören zum UNESCO-Welterbe. Es gibt viele tolle Bäckereien. An einem Regentag kann man sich so gut bei Kaffee und Kuchen verweilen. Ich esse erstmals eine Sanddorn-Torte. Sanddorn ist eine orangefarbene Beere. Der Anbau von Sanddorn wird in Deutschland seit den 1960ern betrieben. Zuerst erkannte man in der ehemaligen DDR die Vorzüge der Frucht, insbesondere wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts. Noch heute sind viele dieser damals angelegten Plantagen in Betrieb. Wild wächst der Sanddorn insbesondere im sandigen Küstenboden der Ost- und Nordsee.
Hafengebühren (bis 8m Boot): EUR 12.- (am Club-Steg, Servicekarte von der Citymarina)
Log: 26.63 sm (inkl. knapp zwei Stunden Segeln vor der Brückenöffnung)
Hiddensee: Sa, 5. September 2026
Am Samstag bin ich mit der Fähre von Stralsund zur Insel Hiddensee. Hiddensee ist eine autofreie Insel westlich von Rügen und gehört vollständig zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts war sie ein berühmter Rückzugsort für Künstler und Literaten (z.B. Thomas Mann). Wahrzeichen der Insel ist der bekannte Leuchtturm „Dornbusch“ im hügeligen Norden der Insel. Hiddensee hat drei Yachthäfen. Sie liegen alle auf der dem Festland zugewandten Ostseite der Insel: Im Süden der Hafen Neuendorf. Der Hafen Vitte ist der grösste Hafen. Im Norden der schönste Hafen Kloster. Bei Westwind sind alle drei Häfen gut geschützt. Mit dem eigenen Boot würde ich den Hafen Kloster ansteuern. Auf der Hinfahrt bin ich in Vitte aus der Fähre ausgestiegen. Die Fahrt dauerte etwas mehr als zwei Stunden (EUR 30.50, retour). Von Vitte bin ich gemütlich nach Kloster spaziert. Es sind nur etwa 2 Kilometer. Bis zum Leuchtturm „Dornbusch“ sind es dann noch zwei weitere Kilometer. Es war ein sehr windiger Tag. Auf der Ostseeseite konnte man super Windsurfen. Ein idealer Strand zum Windsurfen ist Vitte auf der Ostseeseite. Hier gibt es eine Surf- und Segelschule. Viele Windsurfer und Kiter sind auch bei Suhrendorf auf Rügen unterwegs. Zum Segeln war es heute auf der Ostseeseite eindeutig zu windig. Beim Leuchtturm kam noch ein intensiver Regen mit Sturmböen. Am späten Nachmittag kam die Sonne wieder zurück. Richtiges Ostseewetter heute und der Herbst ist wirklich im Anmarsch. Hiddensee war ein guter Tagesausflug; es hat sich auf jeden Fall gelohnt herzukommen. Ich bin froh, dass ich nicht mit dem eigenen Boot hin gesegelt bin. In Stralsund liege ich für mehrere Starkwindtage aktuell besser. In den Häfen von Hiddensee ist es um diese Jahreszeit schon sehr ruhig. Im Sommer findet man hier kaum Hafenplätze.
Maasholm: Mi, 8. September 2026
Um 06:30n Uhr ging’s im Hafen von Stralsund los. Mit Südwind und unter Schmetterling bin ich zwei Stunden später bereits beim Hafen Barhöft. Hier war ich 2023 schon einmal. Nach dem Fahrwasser der Barhöfter Rinne im Süden von Hiddensee konnte ich auf 270 Grad anluven und mit Halbwind der Küste der Halbinsel Fischland-Darss-Zingst entlang segeln. Heute sind es perfekte Segelbedingungen: Flaches Wasser, gute vier Beaufort und sommerliches Wetter. Am Nachmittag gab’s wieder Temperaturen von 25 Grad. Kurz vor dem Mittag bin ich bereits beim neuen Inselhafen von Prerow mit der 720 Meter langen Seebrücke. Im Herbst wurde das 46 Millionen Projekt eröffnet. Im Hafen gibt es 33 Liegeplätze für Sportboote sowie für den Seenotrettungskreuzer „NIS RANDERS“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Dieser ist mir mit über 20kn entgegengekommen. Der neue Inselhafen ersetzt den ehemaligen Nothafen Darsser Ort im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der inzwischen vollständig renaturiert ist. Am alten Hafen musste die Zufahrt wegen stetiger Versandung regelmässig ausgebaggert werden. Ein Halt in Prerow war mir viel zu früh, so ging’s weiter in Richtung Gedser auf Falster (Dänemark). Hier war ich um 15:30 Uhr. Bei Gedser ist die Einfahrt in den Hafen lang und das Segeln grad perfekt. Teils habe ich Fahrt durch’s Wasser von über 7kn und mit mitlaufender Strömung Fahrt über Grund von mehr als 8kn. Das sind für mein Boot sehr gute Werte. Die nächste Möglichkeit für einen Stopp ist nun Rødby auf der Insel Lolland (Dänemark). Doch auch hier fahre ich vorbei. Hier ist viel Fährverkehr und Baustelle am Fehmarnbelttunnel. Ich entscheide den Südwind zu nutzen und segle die Nacht durch. Es ist eine relativ warme Nacht. Schon morgen und v.a. am Donnerstag soll das Wetter wieder kippen und der Herbst einkehren. Hier kippt erstmals nur die Strömung und mein Speed nimmt ab. Jetzt habe ich die Strömung gegen an; aber nur etwa 0.5 Knoten. Die heutige Nacht war dunkel wie in einer Kuh. Bewölkt, fast Neumond und keine Sterne am Himmel. Mit sechs Knoten rauschte ich durch die schwarze Nacht. Bis zur Kielerbucht war noch viel Fährverkehr, dann war ich fast alleine. Einzig auf Tonnen musste ich achtgeben. Bis Mitternacht komme ich mit dem Südwind gut voran. Dann beginnt der Wind leicht auf West zu drehen. Am Morgen frischt der Wind wieder auf. Ich drosselte mein Tempo einbisschen, so dass ich erst um 06:00 Uhr beim Leuchtturm Schleimünde ankomme. Es ist immer noch dunkel. Es wird nun aber schnell hell. Bereits zum Anlegen in Maasholm ist es hell, was die Arbeit an Deck erleichtert. Knapp vor sieben Uhr habe ich in Maasholm angelegt. Nach einer Dusche geht’s müde in die Koje. Genau vor vier Monaten bin hier zu meiner grossen Ostseerunde gestartet. Es war ein toller und unvergesslicher Törn. V.a. ist alles gut gegangen, da bin ich sehr erleichtert. Jetzt geht’s noch zurück nach Kappeln um das Boot auszuwassern.
Hafengebühren (8m Boot): EUR 20.- (WLAN, Toilette; Dusche, Wasser, Strom mit Service-Karte)
Log: ca. 110 sm (am Anfang lief fas Log nicht)
Kappeln Grauhöft: Mi, 9. September bis Fr, 11. September 2026
Kurz vor 11:00 Uhr habe ich für die letzte kurze Etappe abgelegt. Mit Südwestwind musste ich die letzten knapp drei Meilen gegen den Wind nach Kappeln motoren. Kurz vor dem Mittag erreiche ich den Hafen Grauhöft. Das ist nach 2’651sm das Ende meines Törns 2026. Die drei Tage in Kappeln hatte ich glücklicherweise bestes Wetter und ich konnte das Boot trocken abriggen und ausräumen. Jörg, den ich in Mariehamn getroffen habe, ist nebenan bei der Stappelfeldt Werft an seiner Vindö am arbeiten. Wir gehen am Abend in Kappeln jeweils noch fein essen. Besonders gut war das Essen im Restaurant Fährschänke. Auch Andreas von der Nauticat in Oulu kam noch auf einen Kaffee vorbei. Am Freitag Morgen konnte ich den Mastlegen und anschliessend das Boot auswassern. Vielen Dank an das Team der Werft Steckmest. Es hat alles wieder sehr gut geklappt. Am Mittag bin ich in Kappeln bereits abfahrbereit. Um 15:30 Uhr ging’s mit dem Trailer und Boot los in Richtung Schweiz. Die Fahrt lief sehr gut. Auf der ganzen Fahrt gab’s keinen Regen und über das Wochenende war wenig Lastwagenverkehr. Einzig viel Stau gab es nach der Grenze in Basel, was die Fahrt etwa zwei Stunden verlängerte. Bei Hamburg bin ich gut durch den Elbtunnel gekommen. In der Region Hamburg gab es später von Freitag Abend über das Wochenende Sperrungen wegen Brückenarbeiten. Am späten Samstag Nachmittag bin ich bereits wieder zurück in der Schweiz.
Hafengebühren (8m Boot): EUR 20.- (WLAN, Toilette; Dusche, Wasser, Strom)
Log: 2.52 sm





























































































































































